Astronomie: Teleskop Orion ED 80/600

Teil von: Meine Geräteliste

Als Einsteiger-Teleskop, das gut auf meine Montierung HEQ5 Pro passt, habe ich mir in 2017 ein gebrauchtes Orion ED 80/600 zugelegt.

Etwas teurerer aber auch sehr interessant fand ich die baugleichen Modelle:

Die beiden OTAs sind baugleich:

  • Objektiv: 80/600mm (f/7.5) Zweilinser mit FPL-53 ED Glas und Kron Glass von Schott
  • Okularauszug (OAZ) 2 Zoll Crayford Dual Speed

Die Unterschiede von Shop-Angeboten können im Zubehör liegen:

  • Vixen-Schiene und Rohrschellen
  • Sucherschuh / Sucher /Guiding-Rohr
  • 1,25-Zoll-Adapter für den 2-Zoll-OAZ mit T2-Gewinde
  • OAZ rotierbar
  • Flattener Skywatcher 0,85x für EvoStar 80ED DS PRO   (-> f/6.4)

Astronomie: Motor Fokus

Das Problem: Optimales Fokussieren

Teil von: Meine Geräteliste

Besonders bei der Astrofotografie fällt es unangenehm auf, wenn bei einem mühsam erarbeiteteten Foto die Scharfstellung (Fokussierung) nicht hundertprozentig ist.

Es gibt ja mehrere Methoden, wie man den genauen Fokuspunkt  findet; z.B. Live View mit Bildschirmlupe,  Hartmann-Maske, Bahtinov-Maske,… Es bleibt aber das Problem das jede Berührung des Einstellrades am Okularauszug ( OAZ) das Teleskop ein wenig (oder mehr) zum Wackeln bringt. Um dieses Wackeln zu vermeiden, gibt es Motoren, die man am Stellrad des OAZ befestigt…

Das Lösungsprinzip: Motor Fokus

Eine Motor-Fokus-Lösung besteht aus einem Motor (Schrittmotor oder Gleichstrommotor), dessen Drehachse irgendwie an die Drehachse des OAZ gekoppelt wird.

So ein Motor wird dann mit einem Kabel mit einer kleinen Steuerbox verbunden. Diese Steuerbox versorgt den Motor mit Strom (12V) und mit standardisierten Steuerimpulsen (Robofocus). Die Steuerimpulse kann die Steuerbox über Handschalter o.ä. für Bewegungen auf der Fokussierstrecke vorwärts oder rückwärts auslösen. Bei “einfachen” Lösungen enthält diese Steuerbox bereits Batterien und das ist dann schon die Gesamtlösung. Die Steuerbox kann aber auch extern mit 12V Strom versorgt werden und braucht dann keine zusätzlichen Batterien (wohl aber die 12V-Leitung zu einer Spannungsquelle). Solche Lösungen heissen “stand alone”, weil dazu kein Computer (Notebook)  benötigt wird.

Bei “eleganteren” Lösungen wird die Steuerbox noch über Kabel mit einem Windows-Notebook verbunden und die Steuerimpulse werden dann vom Computer mithilfe einer Software über die ASCOM-Schnittstelle zur Steuerbox geschickt.

Die mechanische Kopplung des Motors an die Fokussierachse des vorhandenen OAZ ist eine potentielle Schwachstelle. Manche Motoren arbeiten mit einem Transmissionsriemen, der das Rädchen der Fokussierachse des OAZ bewegt; bei anderen Motoren wird die Motorachse direkt mit der Fokussierachse des OAZ verschraubt. Letzteres hielt ich für stabiler. Generell muss man sich aber fragen, ob man die Fokussierung ausschließlich mit dem Motor bewegen will (und den dafür erforderlichen Strom in jeder Situation dabei hat), oder ob es auch Situationen gibt, wo eine manuelle Betätigung gewünscht wäre…

Meine Lösung: PegasusAstro Motor Focus

Motor-Fokus-Lösungen gibt es ja schon lange. Bei größeren Teleskopen in Sternwarten werden sie oft eingesetzt. Solche Lösungen sind meist teuer und für kleinere Amateur-Teleskope “so zum Probieren” eigentlich nicht geeignet.

Meine Shortlist

  • MicroTouch Starizona: Für OAZ MicroFeather Touch
  • USB_Focus-Set von Teleskop-Service (benötigt zusätzlich einen OAZ-Adapter für zusätzlich Euro 100,–)
  • Einige einfache Motor-Fokussierer (z.T. mit Batterie, z.T. ohne ASCOM)
  • PegasusAstro: Komplett-Lösung mit ASCOM-Schnittstelle

Die Empfehlung für PegasusAstro

Ausschlaggebend für meine Produktentscheidung war das YouTube-Video von Trevor Jones auf AstroBackyard.

Im Februar 2018 habe ich mir dann den PegasusAstro Motor-Fokusser zugelegt. Siehe dazu auch meine Geräteliste.

Der PegasusAstro Motor Fokusser im Komplett-Set (“Premium Package”) ist von sehr guter Qualität und funktioniert bestens auch über die ASCOM-Schnittstelle. Einzig die mechanische Kopplung des PegasusAstro-Schrittmotors an die Fokussierachse des vorhandenen OAZ ist eine potentielle Schwachstelle.

Mein Haus-und-Hof-Händler Teleskop-Service hatte das Teil “noch” nicht im Sortiment. Der www.astroshop.eu hatte es sofort lieferbar. Link zu dem PegasusAstro Motor-Fokusser: https://www.astroshop.de/fr/moteurs-commandes/pegasusastro-dual-motor-focus-controller-premium-package-with-motor/p,53310

Stromversorgung des PegasusAstro Motor Fokussers

Die Stromversorgung erfolgt beim PegasusAstro über eine 12V Buchse (für 2,1 mm Hohlstecker) an der Steuerbox. Für den Motorbetrieb sollen 2 A benötigt werden.
Ich brauche also zusätzlich zur 12V Versorgung der HEQ5 Pro eine zweite 12V Versorgung.

Verbindung der PegasusAstro Steuerbox zum Fokus-Motor

Die Steuerbox ist umschaltbar für Schrittmotoren und Gleichstrommotoren (brauchen wir im “Premium Package” nicht).
Die Steuerung erfolgt 100% Robofocus-kompatibel.

Montage des Pegasus Astro Motor Fokussers laut YouTube

Mein OAZ war Bestandteil des Orion-Teleskops ED 80/600, das ich gebraucht gekauft hatte. Den OAZ hatte der Vorbesitzer extra von Teleskop-Service gekauft. Der OAZ hat dort die Artikelnummer TSFOCR2M. Link zu diesem OAZ: https://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p775_2–Crayford-Auszug-fuer-Refraktoren—1-10-Micro-Untersetzung.html

Astroshop bestätigte mir, dass das Teil an meinen vorhandenen OAZ TSFOCR2M passen würde. Auch bei Youtube fand ich vier Videoclips, die die Montage des PegasusAstro an verschiedene Crayford 2 Zoll Dual Speed Okularauszügen zeigen. Der Focuser Type 4 ist der, der meinem TSFOCR2M voll entspricht.

Focuser Type 4

Fotos von meiner Montage des PegasusAstro

Schraube mit Unterlegscheiben.
Dazu nehmen wir die längere der beiden am OAZ vorhandenen Schrauben und benutzen das hintere (vom Obketiv weg zeigende) Gewinde…

DK_20180224_2366

Unten sieht man die Unterlegscheiben von oberhalb und unterhalb es Blechwinkels. Die Motorachse ist mit der Fokusachse verbunden. Nur eine einzige Schraube hält den Motor. Diese Schraube hat dann eine Doppelfunktion muss gleichzeitig das Okularrohr im OAZ gut festhalten.

DK_20180224_2369

Der Schraube hält den PegasusAstro-Motor nur etwas schräg, weil der OAZ TSFOCR2M so gebaut ist. Ein serielles Kabel verbindet den Motor mit der Steuerbox (Controller)…

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Weitere Montageanleitungen auf Youtube

  • Focuser Type 1 https://www.youtube.com/watch?v=Ha2Tu1vFxE0
  • Focuser Type 2 https://www.youtube.com/watch?v=8g0dHBbkTTE
  • Focuser Type 3 https://www.youtube.com/watch?v=lbj7ga7xbpQ

 

Astronomie: Using Remote Telescopes

Die Idee: Remote Telescopes

Ich möchte einmal sog. Remote Telescopes – Remote Observatories – ausprobieren, weil mir das mit eigenen Geräten hier in Hamburg alles recht aufwendig vorkommt.

Im Dezember 2016 habe ich mir deshalb mal einen “Starter-Trial” bei http://www.itelescope.net gegönnt.

Das Einloggen in ein Telescope erfolgt mit dieser URL:  http://go.itelescope.net

Monatliche Subscription bei iTelescope

Die Benutzung der Remote Teleskope wird in einem Punktesystem abgerechnet.

Je nach Teleskop werden unterschiedlich viel Punkte pro Stunde belastet; wobei nur die reine Belichtungszeit zählt. Bei Mondschein werden Rabatte gewährt.

Je nach dem abgeschlossenen “Plan” bekommt man monatlich eine feste Zahl Punkte zum Verbrauch. Man kann auch zusätzliche Punkte kaufen. Nicht verbrauchte Punkte werden in den nächsten Monat übernommen.

Es gibt bei iTelescopes verschiedene “Monthly Subscription Plans“:

  • Starter-Trial für Euro 17,95 pro Monat bekommt man monatlich 20 Punkte
  • Plan-40     (besonders geeignet für Farbkameras T3 & T13,  Wide Field: T14, T20, T12 und kleinere Öffnungen: T5)
  • Plan-90     (besonders geeignet für Farbkameras T3 & T13,  Wide Field: T14, T20, T12 und kleinere Öffnungen: T5)
  • Plan-160   (advanced)
  • Plan-290   (advanced)
  • Plan-490    (high-end research)
  • Plan-1000  (high-end research)

Was kostet das beispielsweise?

Ich nehme als Beispiel mal das billigste Teleskop in Siding Springs: T13 (Takahashi Sky90)

Ein einfacher Plan ist “Plan-40”.

  • 40 Punkte pro Monat
  • Kosten Euro 36,95 pro Monat
  • Max. Reservierungszeit: 8 Stunden
  • Teleskop T13 Belichtungszeit: 81 Punkte pro Stunde Belichtungszeit.
  • Ein Foto von Cen A mit 5 x 120 sec =10 Minuten benötigt also 81*10/60 = 13,5 Punkte = 12,47 Euro

Die Standorte von iTelescope

iTelescope hat Standorte in Australien, Spanien, New Mexico und in den Sierra Nevada Mountains:

Observatorium Ort/Land Breite Länge Höhe Teleskope
Siding Springs Observatory (SSO)  Coonabarbran, Australien, NSW  31° 16′ 24″ S  149° 03′ 52″ E  1135m  T8, T9, T12, T13, T17, T27, T30, T31, T32, T33
Astrocamp Nerpio  Nerpio, Spanien  38° 09′ N  02° 19′ W  1650m  T7, T16, T18
New Mexico Skies  Mayhill, New Mexico, USA  32° 54′ 12″ N  105° 31′ 43″ W  2225m  T3, T5, T11, T14, T20, T21
Sierra Nevada Mountains Auberry,  California, USA  37.07 N  119.4 W  1405m  T24

Die Teleskope von iTelescope

Die Teleskope habe unterschiedliche Größen und Daten.

Es gbt einige Refraktoren ( T3, T16,…) und viele Reflektoren, alle verfügen über automatische Fokussierung.

Fast alle Teleskope haben ein  Autoguiding, wobei es aber auch ohne Guiding geht, wenn nicht zu lange belichtet wird (max. unguided).

Die Sensoren (“Imager”) sind ganz unterschiedlich……

Observatorium Teleskop Name Funktion Öffung/Brennweite Öffungs- verhältnis Sensor Gesichtsfeld Sensorgröße Pixelgröße Bemerkungen
 Mayhill  T3  Takahashi TOA 150  Color Imaging  150/1095 mm  f/7,3  47′ x 47′
 T5  Takahashi Epsilon 250  Science & Imaging  250/850 mm  f/3,4  60′ x 40′
T11  Planewave CDK 508  Imaging & Science  500/2280 mm  f/4,6  54′ x 36′
T14  Takahashi FSQ-ED 106  Imaging  106/530 mm  f/5  233′ x 155′
T20  Takahashi FSQ-ED 106  Imaging  106/530 mm  f/5  233′ x 155′
T21  Planewave CDK 431  Imaging & Science  430/1939 mm  f/4,5  49′ x 32′
Sierra Nevada Mountains T24  Planewave CDK  Photometry and Imaging 610/3962 mm f/6,5 CCD FLI PL09000 31′ x 31′ 3056 x 3056 12 my
 Nerpio T7 Planewave CDK 431  Imaging  431/2929 mm  f/6,8  42′ x 28′
 Nerpio T16 Takahashi TOA 150 Refractor  Hybrid Science/Imaging  150/1095 mm  f/7,3  75′ x 113′  9 my
 Nerpio T18 Planewave CDK 318  Imaging  318/2541 mm  f/8,0  37′ x 24′
 Siding Springs (SSO)  T8  Takahashi FSQ-ED  Wide Field Imaging & Science  106/530 mm  f/5  FLI Microline 16803  238′ x 238′  4096 x 4096  9 my  max 600 sec
 T9  RCOS  Imaging  312/2179 mm  f/7  21′ x 14′
 T12  Takahashi FSQ-ED  Imaging  106/530 mm  f/5  FLI Microline 11002  155′ x 233′  4008 x 2672  9 my
 T13  Takahashi Sky90  Wide Field Color  90/417 mm  f/4,6  SBIG ST-2000 XCM  97′ x 73′  1600 x 1200  7,4 my  kein Guiding
 T17  Planewave CDK 430  Science Platform  432/2917 mm  f/6,8  FLI ProLine E2V  16′ x 15′  1024 x 1024  13 my
 T27  Planewave CDK 700  Science & Imaging  700/4540 mm  f/6,5  FLI PL09000  27′ x 27′  3056 x 3056  12 my  Kein Autoguiding notwendig
 T30  Planewave CDK 510 Imaging & Science  510/2280 mm  f/4,5  FLI PL6303E  41′ x 27′  3072 x 2048  9 my
 T31  Planewave CDK 510  Hybrid  510/2262 mm  f/4,5  FLI PL09000  55′ x 55′  3056 x 3056  12 my  Kein Autoguiding notwendig
 T32  Planewave CDK 431  Science & Imaging  430/2912 mm  f/6,8  FLI Proline 16803  43′ x 43′  4096 x 4096  9 my  Kein Autoguiding notwendig
 T33  ASA Fast Newtonian  Imaging  406/1420 mm  f/3,5  Apogee Aspen CG16070 Class 1 CCD  87′ x 57′  4864 x 3232  7.4 my

ASA = Astro Systeme Austria

Die Imager bei iTelescope

T24  —   CCD FLI-PL09000:  3056×3056 Pixel je 12 my    ==> FoV 31′ x 31′

FLI = Finger Lakes Instrumentation

Hiermit habe ich erste Probefotos gemacht:

  • M45 30 sec
  • M81 300 sec Bin 1×1

T13  —  CMOS SBIG ST2000 XMC

SBIG = Santa Barbara Instrument Group

Handhabung bei iTelescope

Man muss sich in ein bestimmtes Teleskop über das Launchpad “einloggen”  http://go.itelescope.net

Astronomie: Erprobung von Einsteiger-Teleskopen für den DSLR-Astronomen

Ausgangslage

Wenn die Astrofotografie mit einer digitalen Kamera (“DSLR” auch wenn sie keinen Spiegel hat) und langbrennweitigen Objektiven (f=135mm, f=200mm) gelungen ist, schielt man vielleicht doch auf “richtige” Teleskope.

Um es einfach mal auszuprobieren kämen Einsteiger-Modelle, die erstens nicht so viel kosten und zweitens wohl noch auf die Montierung passen, die Sie für die bequeme DSLR-Fotografie schon spendiert haben.

Welche Teleskope ist für einen solchen Einstieg interessant?

Von alters her kennt man das legendäre “LidlScope“, das eine wunderbare Wahl für einen solchen Einstieg wäre.

Die bekannten Astro-Shops bieten auch aktuelle Einsteiger Teleskope an, z.B. das SkyWatcher StarTravel

Auch für einen “nur” Einstieg sollen folgende Anforderungen erfüllt werden:

  • Vixen-Prismenschiene als Anschluss an eine (evtl. vorhandene) Montierung
  • Wackelfreier Okularauszug mit Anschlußmöglichkeit für Digitalkamera (z.B. T2-Gewinde) und feiner Fokussierung
  • Brennweite deutlich länger als beim Teleobjektiv d.h. größer als 200mm
  • Niedriger Preis – etwa << 150 Euro

Für welches Einsteiger-Teleskop entscheide ich mich?

Einsteiger-Teleskop #1: Das legendäre LidlScope

Quelle: http://astrofanweb.de/joomla/index.php?option=com_content&view=article&id=100&Itemid=121

Mit 70mm Öffnung hat man mit diesem Scope schon ein einigermaßen ordentliches Mond- und Planetengerät zur Verfügung.  Nur sollte man bei einem Preis von knapp 80,00 Euro nicht allzuviel erwarten. Ein ausführlicher Test steht allerdings noch aus. Für DeepSky ist es bedingt geeignet.lidlscope

wichtigste Kenndaten auf einen Blick:

  • Optik: Fraunhofer-Refraktor
  • Öffnung: 70mm
  • Brennweite: 700mm
  • Öffnungsverhältnis:  f/0
  • theoretisches Auflösungsvermögen:  1,8″
  • maximal sinnvolle Vergrößerung:  140 fach

mitgeliefertes Zubehör:

  • Original-Montierung – das Minimum für ausreichende Stabilität, brauchbar
  • Alustativ – verbesserungsbedürftig
  • Original-Sucher muss ausgewechselt werden
  • 1 1/4” Okularauszug
  • 1 1/4” Zenitspiegel – Plastikgehäuse
  • 1 1/4” Kellner-Okulare mit Brennweiten 20mm und 4mm
  • 1 1/4” Barlow-Linse

Eindrücke und Abbildungsleistung:

Nach dem ersten Aufbau und anschließender Kontrolle hab ich schon mal kleinere Mängel festgestellt. Eine weitere Einschätzung kann ich noch nicht vornehmen, muss das Gerät erst noch bei klarer Sicht testen. Nur soviel vornweg:
– Öffnung beträgt nur 66mm statt angegebener 70mm
– Montierung vom Werk falsch zusammen gesetzt => Feinbewegungen in den Achsen stehen sich ständig im Weg
– viel Plastik verbaut
– das okularseitige Zubehör kann man getrost durch besseres austauschen

Nach den ersten Tests ergaben sich dann doch einge Änderungswünsche:
– Da der OAZ sehr weit in den Tubus hineinragte kam es zur Vignettierung => OAZ innen 3cm gekürzt.
– OAZ hatte im Inneren starke Reflexe durch unzureichende Innenschwärzung => mit schwarzem Tonpapier ausgekleidet.
– Das Objektiv war leicht verspannt => Tauschutzkappe abgenommen und in einer leichtgängigen Position wieder drauf gesteckt.

Einsteiger-Teleskop #2: SkyWatcher StarTravel

Ein kleines Teleskop zusätzlich (und DSLR dann Biggy Back) würde mehr Möglichkeiten eröffnen…

Copyright Teleskop-Service

Copyright Teleskop-Service

 

Einsteiger-Teleskop #3: Skywatcher Evostar 80/800 ED bzw. Orion 80/600 ED

Da ich mir dieses Teleskop in 2017 tatsächlich angeschafft habe, gibt es dazu einen separaten Artikel.

Etwas teurerer aber auch sehr interessant fand ich die baugleichen Modelle:

Die beiden OTAs sind baugleich:

  • Objektiv: 80/600mm (f/7.5) Zweilinser mit FPL-53 ED Glas und Kron Glass von Schott
  • Okularauszug (OAZ) 2 Zoll Crayford Dual Speed

Die Unterschiede von Shop-Angeboten können im Zubehör liegen:

  • Vixen-Schiene und Rohrschellen
  • Sucherschuh / Sucher /Guiding-Rohr
  • 1,25-Zoll-Adapter für den 2-Zoll-OAZ mit T2-Gewinde
  • OAZ rotierbar
  • Flattener Skywatcher 0,85x für EvoStar 80ED DS PRO   (-> f/6.4)

Meine ersten Versuche mit dem LidlScope

Sonnenbeobachtung: Astronomie im Sommer

 

Astronomische Fernrohre – Die Entwicklung des Teleskops in der Geschichte

Einleitung

Gegen 1450 fand  Angelo Barovier auf der Insel Murano heraus, wie durchsichtiges klares Glas “cristallo” hergestellt werden kann. Später wurden daraus auch Leselupen (sog. Lesesteine) gefertigt, die den Priviligierten beim Lesen ihrer kostbaren religiösen Schriften halfen, wenn die Sehkraft im Alter nachlies. Mit der Erfindung des Buchdrucks entstand eine massenhafte Nachfrage nach Lesebrillen. Aus diesen Linsen enstanden die ersten Teleskope. Teleskope auf der Erde wandern auf hochgelegene Berge oder Plateaus (z.B. Mount Sowieso) in einsamen Gegenden und schließlich verlassen die Teleskope die Erde und erobern den Weltraum, wo die Sicht nicht mehr durch die irdische Atmosphäre gefiltert bzw. beeinträchtigt wird.

Timeline

  • 1608 Der Holländische Brillenmacher Hans Lipperhey konstruiert das erste “Holländische Fernrohr”. Das Objektiv ist eine konvexe Linse und als Okular dient eine konkave Linse kleinerer Brennweite.
  • 1609 Galileo Galilei (1564-1642) konstruiert nach holländischen Vorbildern (Janssen, Lippershey) ein verbessertes Fernrohr. Seine damit gemachten Entdeckungen beschreibt er in seinem Büchlein Sidereus Nuncius (Sternenbote), das im Mai 1610 in Venedig erscheint: die vier hellen Jupitermonde, die Ringe des Saturn, die Mondgebirge, die Sonnenflecken und die Auflösung der Milchstraße in viele schwache Sternchen.
  • 1611 Johannes Kepler konstuiert ein Fernrohr bei dem auch das Okular eine konvexe Linse (kleinerer Brennweite) ist. Dies nennt man bis heute “Keplersches Fernrohr”.
  • 1616 baute der Jesuitenpater Nicolaus Zucchius das erste Spiegelteleskop. Es bestand aus einem leicht gekippten Hohlspiegel und einer konkaven Linse, die das seitlich angeordnete Okular bildete.
  • 1655 Christiaan Huygens (1629-1695) entdeckt in Den Haag mit seinem Fernrohr den ersten Saturnmond (Titan).
  • 1656 Christiaan Huygens entdeckt die Saturnringe und den Orionnebel
  • 1668–1672 Isaac Newton entwickelt ein Spiegelteleskop mit einem kleinen Fangspiegel in der optischen Achse des Hauptspiegels, über den der Beobachter seitlich in das Instrument hineinblicken konnte. Dadurch wurde der Nachteil des gekippten Hauptspiegels vermieden.  Diese Bauart bildete wegen ihres einfachen Aufbaus den Prototyp vieler folgender Spiegelteleskope.
  • 1670 Der Danziger Bürgermeister Johannes Hevelius baut spektakuläre lange Linsenfernrohre,  die er zunächst auf der Terrasse des Rathauses und später vor den Stadttoren aufstellen ließ. Das größte Telekop am Rathaus hatte eine Länge von etwa 10 Metern und war die Sensation mancher Staatsempfänge. Auch das wohl längste Fernrohr aller Zeiten geht auf Hevelius zurück. Es war etwa 25 Meter lang und auf einem etwa 20 Meter hohen Mast an einem Flaschenzug montiert.
  • 1672 wurde von dem französischen Gelehrten Laurent Cassegrain (ca. 1629–1693) eine neue Bauart für Spiegelteleskope der Öffentlichkeit vorgestellt.  Das Licht des konkaven Hauptspiegels wird dabei dabei auf einen Fangspiegel reflektiert, der leicht konvex ist und das Licht zum durchbohrten Haupspiegel zurück bündelt.
  • 1794  stellt Hieronymus Schroeter sein “Riesenteleskop” nach Newtonscher Bauart fertig. Es verfügt über eine Öffnung von 50,8 cm  und eine Brennweite von 8,25. Vor allem beobachtete er damit die Nachtseite des Mondes und registrierte Nebel und Sternhaufen.
  • 1845 William Parson, Earl of Rosse, nimmt das von ihm auf seinem Schloss im irischen Birr gebaute Spiegelteleskop “Leviathan” in Betrieb. Es hat einen Durchmesser von 183 cm und eine Brennweite  von ca. 16 m.  Bereits im April desselben Jahren erkannte er an M51, dass dieses Objekt eine Spiralstruktur hat.
  • 1897 Das größte jemals gebaute Linsenteleskop (Refraktor) geht am Yerkes-Observatorium der Universität Chicago in Betrieb. Er besitzt einen Objektivdurchmesser von 1,04 m und eine Brennweite von 19,4 m. Seitdem wurden jedoch fast ausschließlich Spiegelteleskope (Reflektoren) gebaut.
  • 1917 Installation des 2,5-Meter-Spiegels auf dem Mount Wilson Observatorium. Dies war 30 Jahre lang das größte Spiegelteleskop der Welt. Edwin Hubble erforschte dort die Fluchtgeschwindigkeiten von Galaxien (Sternensysteme wie unsere Milchstraße) und  kam zu dem Schluss, dass das gesamte Weltall expandiert (sog. Hubble-Konstante).
  • 1947 Wird das 200-Zoll-Teleskop auf dem Mount Palomar  in Betrieb genommen. Zu Ehren von George Hale wird es  Hale-Teleskop genannt. Es ist von 1947 bis 1975 auch das größte Fernrohr der Welt.
  • 1970 Das 6-m-Spiegelteleskop im Kaukasus auf dem Mount Pastukhov bei Selentschukskaja (Zelenchukskaya) wird in Betrieb genommen. Chruschtschow arbeitete von 1912-1918 in den Pastokhov-Bergwerken. Die offizielle Bezeichnung lautet BTA (Bolshoi Teleskop Azimutalnyi). Es löst damit den 5-m-Spiegel auf dem Mount Palomar als größtes Spiegelteleskop der Welt ab. Der Spiegel von 1970 hatte optische Probleme (Kratzer und Ungenauigkeiten), sodass er 1978 durch einen besseren erstetzt wurde.
  • 1979 Das 4,5-m-Spiegelteleskop, genannt MMT (Multiple Mirror Telescope), auf dem Mount Hopkins in Arizona wird in Betrieb genommen. Es besteht aus 6 Einzelspiegeln von je 1,8m. In dieser Zeit war die Herstellung so großer Spiegel in einem Stück (monolithisch) extrem aufwendig und teuer.
  • 1990 Das Hubble-Weltraumteleskop (englisch: Hubble Space Telescope, kurz HST) ist ein Weltraumteleskop, das von der NASA und der ESA gemeinsam entwickelt wurde und das nach Edwin Hubble benannt ist. Der Spiegeldurchmesser beträgt 2,4 Meter.
  • 1993  Im Mai wird das 10-Meter-Keck-Spiegelteleskop auf Mauna Kea, Hawaii, in Betrieb genommen. Es ist es segmentierter Spiegel, der aus 36 sechseckigen Spiegelelementen besteht. Im Oktober 1996 wird sein Zwillingsbruder Keck II fertiggestellt.
  • 1998  Am 25.5. ist “First Light” für das erste “VLT-1” der vier großen 8,2m Spiegelteleskope der Europäischen Südsternwarte auf dem Cerro Paranal in der Atacamawüste, Chile. Am 5.3.1999 wird das Paranal Observatorium der ESO feierlich eingeweiht. Die vier Teleskope des VLT bekommen Namen aus der Mapuche-Sprache: VLT-1 heisst ANTU, VLT-2 heisst KUEYEN (First Light am 1.3.1999), VLT-3 heisst MELIPAL (First Light 26.1.2000) und VLT-4 heisst YEPUN.  Es handelt sich jeweils um monilithische 8,2m Spiegel aus dünnem Zerodur-Glas.
  • 1999  Im Januar ist “First Light” für das japanische 8,3m-Spiegelteleskop “Subaru” auf dem Mauna Kea, Hawaii. Es handelt sich um einen monolithischen Spiegel aus dünnem ULE-Glass (Ähnlich wie Zerodur).
  • 1999 Das 8-m-Spiegelteleskop “Gemini Nord” auf Mauna Kea, Hawaii wird eingeweiht. Zum “First Light” gibt es kein genaues Datum. Ein frühes erstes Foto datiert vom 26.02.1999. Das Zwillingsgerät “Gemini Süd” befindet sich in Chile im Bau und soll 2001 fertig werden. Es handelt sich um monolithische Spiegel in Dünnglass-Technik (ULE bzw. Zerodur).
  • 2000 Das MMT (Multiple Mirror Telescope) genannte 6,5-m-Spiegelteleskop auf dem Mount Hopkins in Arizona wird am 20.05. eingeweiht. Es handelt sich um einen monolithischen dicken Borosilikat-Glasspiegel in Honigwaben-Leichtbauausführung. Es entstand durch den Umbau des 4,5-m-MMT von 1979, das tatsächlich aus 6 Einzelspiegeln bestand.
  • 2002 Das 8-m-Spiegelteleskop “Gemini Süd” auf dem Cerro Pachon in Chile wird eingeweiht. Das “First Light” wird auf den 21.11.2000 datiert.
  • 2007 Inbetriebnahme des Gran Telescopio Canarias (GTC)  auf Gran Kanaria. Der 10,4m-Spiegel  ist zusammengesetzt  aus 36 sechseckigen Spiegelelementen.
  • 2009  Start des von der NASA entwickelten Weltraumteleskops Kepler. Mit Kepler soll nach extrasolaren Planeten (Exoplaneten) gesucht werden.

Quellen: