Astrofotografie: Photoshop – Luminanzmasken

26.8.2018

Luminanzmasken I: Photoshop

  1. Das Bild laden
  2. Menü -> Fenster -> Kanäle
  3. Den Kanal, der gut ist, auf das Symbol (Rechteck mit Bogen unten links) ziehen ==> Kopie
  4. Den Kanal aufhellen
    Tonwertkorrektur: menü Bild -> Korrekturen -> Tonwert
    Schattenbereiche aufhellen
    OK
  5. Kanal invertieren: Strg-I
  6. Auswahl: Strg-Klick auf kanal auf die Miniaturen
    Ebenen RGB
    Reiter “Ebenen”
  7. Erstellen Gradationskurve
    Menü Fenster -> Korrekturen (die Auswahl wird automatisch als Maske hinzugefügt)

Luminanzmasken II

Aus: http://www.kitea.de

Auswahl -> Farbbereich -> Lichter 40%

( Kanäle, Maskensymbol)

Werkzeuigleiste  — Symbolleiste
— rechte Maustaste

Auswahl: Farbe, Luminanz, Lasso,….

Auswahl  —–> (erzeugt)  —>  Maske

Maske   —-> erstellt —-> Auswahl

Astronomie: Montierungen mit FS-2 Steuerung

Siehe auch: Teleskop-Steuerung

Computersteuerung mit FS-2

Montierungen mit FS-2 Steuerung

Auf der Astro-Farm Kiripotib in Namibia habe ich eine Reihe von Montierungen kennengelernt, die mit Hilfe einer sog. FS-2 (Steuer-Box und Handbox) gesteuert werden.

Montierungen mit FS-2 Steuerung

  • Vixen New Atlux
  • Vixen GP-D2
  • Vixen GP-DX
  • Fornax 51
  • Alt 6 ADN
  • Knopf MK 100K

Link zu FS-2: http://www.astro-electronic.de/fs2.htm

Verbindung der FS-2 zum Windows-Computer

Die FS-2 wird in jedem Falle über ein serielles Kabel mit dem Computer verbunden, sodass am Computer meist ein Seriell-USB-Adapter erforderlich ist.

Die FS-2-Steuerung versteht eine Subset von Meade LX200-Komandos, deshalb wird als ASCOM-Treiber ein LX200-kompatibler ASCOM-Treiber empfohlen.

Aufgrund eines Diskussionsbeitrags auf astronomie.de

http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/topics/1208842/ASCOM_Advanced_LX200_Treiber

bin ich auf folgenden “erweiterten” LX200-ASCOM-Treiber gestossen:

https://pixelstelescopes.wordpress.com/advanced-lx200

Software zur Teleskop-Steuerung unter Windows

Steuerung mit der Software Stellarium

In Stellarium soll man die Erweiterung “Teleskopsteuerung” konfigurieren als “direkt über eine seriellen Anschluss”

Steuerung mit der Software Cartes du Ciel

Bei Cartes du Ciel ist eine Verbindung über ASCOM erforderlich.
Allerdings ist der o.g. “Advanced LX200 Treiber” unter meinem 64-Bit-Windows nicht funktionsfähig.
Als Umgehungslösung benutzen wird zuerst den ASCOM-Treiber “POTH” und bei den Einstellungen von POTH stellen wir als Teleskop den “Advanved LX200” ein.

Astronomie: Montierung Astro-Physics GTO 3600 El Capitan

Siehe auch: Teleskop-Steuerung

Die Astro-Physics Montierung: GTO 3600 “El Capitan”

In der Sternwarte in Handeloh steht eine schöne große Montierung von Astro-Physics “GTO 3600 El Capitan”.

Link: http://www.astro-physics.com/index.htm?products/mounts/3600gto/3600gto

Die (direkte) Bedienung der Montierung erfolgt mit einer Handbox, die mit der Steuerbox GTOCP4 verbunden ist.

20180915_171111

Astro-Physics Handbox

20180915_171102

Astro-Physics Control Box GTOCP4

Die Contolbox steuert die Motoren der Montierung. Dies erfolgt entweder über die an die Controlbox angeschlossene Handbox oder über einen an die Controlbox angeschlossenen Computer.

Die Verbindung der Contolbox mit einem Windows-Computer kann über drei Wege erfolgen:

  • Serielles Kabel  – zwei DSUB-9 Stecker
  • USB-Kabel (mit internem seriell-zu-USB Wandler von FTDI)  – links oben
  • Ethernet-Kabel  – links unten
  • WLAN

Kabel mit DSUB-9-Steckern zur Verbindung der Controlbox mit einem Windows-Computer ist auf der Sternwarte vorhanden und permanent verbunden.

Weitere Kabel-Verbindungen der Controlbox GTOCP4:

  • Stromversorgung 12v – rechts unten
  • Keypad (Handbox) – unten, 2. von rechts
  • Motoren – oben , 2. von rechts

Teleskope in der Sternwarte

  1. Ein 14 Zoll (35,5 mm) Meade ACF (Advanced Coma Free)   – Visuelles beobachten und fotografieren von kleineren Sachen
    Cassegrain  f/10, f=3556 mm, OAZ ???
    Link: https://www.meade.com/telescopes/acf-cassegrain/14-lx200-acf-f-10-ota.html
  2. Ein 31,7 cm f/4,48 Newton Astrograf  f=1358 mm – dieser wurde ersetzt durch:
  3. Ein Astro-Physics  Riccardi Honders  305mm f/3.8 –  OAZ ???
    Link:
    http://www.astro-physics.com/index.htm?products/telescopes/305honders/305honders
  4. Sykwatcher 10cm f/9 (f=900mm)  Skywatcher ED-Refraktor mit Reducer f=765
  5. Dobson 10 Zoll    —  Okulare?
  6. Dobson 53,3 cm f/3,85 f=2050 mm  — Okulare in derBox unter dem Tisch.

Kamera in der Sternwarte

Wir haben auch eine Kamera vom Typ ASI1600 monochrom und gekühlt dort.
Der Chip ist 4656 x 3520 Pixel groß bei einer Pixelgröße von 3,8 μ entspricht dass 17,6 x 13,6 mm (so kann man das in Stellarium eintragen).

  • Sensor: 4/3 Zoll CMOS
  • USB 3.0

Treiber für die Kamera:   https://astronomy-imaging-camera.com/software-drivers

Link: https://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p10051_ZWO-SW-CMOS-Kamera-ASI-1600MM-Cool—Chip-D-21-9-mm—Version-2.html

Da es eine monochrome Kamera ist, haben wir gleich ein passendes Filterrad dabei.

Windows-Computer

Der Windows-Computer in der Sternwarte läuft unter Windows 7 Professional.

Installiert ist DotNet und die ASCOM-Platform.

Weiterhin sind installiert:

  • ASCOM-Treiber für die Montierung Astro-Physics GTO 3600
  • APCC Astro-Physics Command Center
  • MaxIm
  • APT

ASCOM-Treiber

Für die Steuerung dieser Montierung per Software auf einem Windows-Computer muss  dann der entspreche ASCOM-Treiber installiert werden.

ASCOM-Treiber Download: http://www.astro-physics.com/index.htm?products/mounts/3600gto/3600gto

Ich habe installiert: AstroPhysics_V2_Setup_5.09.04.exe

APCC Astro-Physics Command Center

Für die Astro-Physics Monierung gibt es die Software APCC = Astro-Physics Command Center.
Link: http://www.astro-physics.com/index.htm?tech_support/apcc/apcc-download

APCC ist eine Software für die Bedienung der Astro-Physics Montierung GTO 3600

APCC benötigt:

  • einen Windows-Computer
  • eine Verbindung von der Montierung (Controlbox) zum Windows-Computer
  • Auf dem Windows-Computer: Die ASCOM-Platform
  • Auf dem Windows-Computer: Einen ASCOM-Treiber für die AstroPhysics-Montierung (s.o.)

Bedienungshinweise

Park Position: In der Sternwarte muss die sog. “Park Position 4” verwendet werden.

Astronomie: Teleskop-Steuerung per Computer

Montierung mit Goto-Funktion

Für meine astronomischen Bemühungen (haupfsächlich fotografieren) möchte ich Montierungen verwenden, deren Achsen motorisiert sind und das Ansteuern von Beobachtungsobjekten auf Knopfdruck (sog. Goto) ermöglichen. Am Ende meiner Lernkurve soll dann die Steuerung per Notebook-Computer (oder Tablet) stehen. Wobei ich erwarte, dass eine entsprechende Software nicht nur das “Goto” ermöglicht, sonden dass der ganze Aufnahme-Prozess softwaremäßg unterstützt wird; d.h.

  • Motorisches Ansteuern des Beobachtungsobjekts: Goto Funktion
  • Zentrieren und ausrichten im Gesichtsfeld: Plate Solving Funktion
  • Fokussier-Funktion – Motor-Fokus
  • Automatischen durchführen eine Aufnahmeserie: Aufnahme-Funktion (Kamera-Steuerung, “Capturing”)
  • Erforderlichenfalls mit Nachführung

Als notwendige Vorbereitung für solche computergesteuerten Aufnameserien müssen wir zuerst:

  • Die Montierung waagerecht ausrichten
  • Sucher an terrestrischen Objekten vorläufig justieren
  • Fokus an terrestrischen Objekten vorläufig einstellen
  • Die Stundenachse parallel zur Erdachse ausrichten: Polar Alignment
  • Sucher an Sternen fein-justieren (wird für Goto Alignment evtl. benötigt)
  • Die Goto-Funktion initialisieren: Goto Alignment o.ä.

Ich habe es bisher mit mehreren Goto-fähigen Montierungen zu tun gehabt:

Die Goto-Funktion

Von Haus aus bieten Goto-Montierungen eine Bedienung über seine sog. Steuerbox “Handbox“, die über Tasten und ein Display verfügt.

Was ich aber in der Endausbaustufe möchte, ist eine Steuerung per Notebook/Tablet. Dafür muss die Montierung irgendwie mit dem Notebook/Tablet verbunden sein (Kabel, WLAN,…). Die Art dieser Verbindung ist von Montierung zu Montierung unterschiedlich. Auf meinem Windows-Notebook-Computer verwende ich dann geeignete Software zur Ausführung aller der oben genannten Funktionen (Goto,…). Zur Verbindung dieser Software mit der astronomischen “Aussenwelt” verwende ich dann vorrangig ASCOM, um flexibel zu bleiben und einen günstigen Grad von Integration zu erhalten.

ASCOM-Treiber

Auf jeden Fall wollen wir zuerst den ASCOM-Treiber für unsere spezielle Montierung herunterladen und installieren.

GoTo-Funktion über Notebook:  Welches Kabel

Die für die Goto-Funktion erforderliche Verbindung von der Montierung zum Windows-Computer erfolgt über ein Serielles Kabel.

Dieses wird computerseitig mit Hilfe eines Seriell-USB-Adapters in eine USB-Buchse des Computers gestöpselt.

Heutige Notebooks haben aber keine serielle Schnittstelle. Also brauche ich noch einen Konverter seriell auf USB.; z.B. bei Teleskop-Express.  Der Chipsatz des Konverters ist PL2303TA und einen Treiber für Windows 10 brauchen wir auch dafür.

Montierungsseitig ist die Verbinding mit diesem seriellen Kabel je nach im Einsatz befindlicher Montierung u.U. verschieden gelöst; entsprechend kann auch das serielle Kabel selbst je nach Montierung unterschiedlich sein.  Deswegen beschreibe ich die Einzelheiten hierzu in den separaten Artikeln über die jeweilige Montierung:

GoTo-Funktion über Notebook:  Welche Software

Nun brauchen wr nur noch eine gute Planetariums-Software für das Windows 10 Notebook, das die Montierung über die serielle Schnittstelle steuern kann. Da gibt es einiges:

GoTo-Funktion über Notebook mit Stellarium

Wie das mit der Software Stellarium geht, habe ich im Artikel über Stellarium beschrieben.

GoTo-Funktion über Notebook mit Cartes du Ciel

Wie das mit der Software Cartes du Ciel geht, habe ich im Artikel über Cartes du Ciel beschrieben.

 

 

Astronomie Software Nebulosity

Die Software “Nebulosity” wird von Stark Labs angeboten.

Nebulosity ist eine Aufnahme-Software (Capturing) und unterstützt auch meine DSLR Canon EOS 600D.

Nebulosity ist kostet $95.

Belichtungszeiten länger als 30 Sekunden gehen nur mit einem zusätzlichen Shoestring-Adapter.

Nebulosity hat auch eine Fokussierhilfe.

Ich habe mich für gegen Nebulosity und für die Software APT entschieden. APT ist billiger und kann von sich aus Belichtungszeiten länger als 30 Sekunden.

 

Astronomie: ASCOM-Treiber EQMOD

Steuerung der Montierung HEQ5 Pro über meinen Windows-Computer

Siehe auch: Skywatcher HEQ5 Pro

Um meine Montierung Skywatcher HEQ5 Pro statt über die Handbox zu steuern, möchte ich auch die Möglichkeit haben, die Steuerung über meinen Windows-Computer vorzunehmen.

Damit soll nicht einfach die Handbox durch den Computer ersetzt werden, sondern bestimmte Astro-Software (z.B. Cartes du Ciel, APT) , die auf meinem Computer läuft, kann dann direkt die Montierung steuern und ggf. auch weitere Geräte, die per ASCOM an den Computer angeschlossen sind (z.B. Kamera, Motor-Fokusser,…)

Zusätzlich stellt EQMOD Funktionen zur Verfügung, die die HEQ5 Pro und die SynScan-Handbox so garnicht haben: z.B. SYNC, Alignment Model,…

Voraussetzungen:

  • ASCOM-Platform ist installiert
  • Eine serielle Verbindung zwischen Windows-Computer und Montierung bzw. Handbox ist hergestellt (s.u.)

Doku: http://eq-mod.sourceforge.net/docs/EQASCOM_QuickStart.pdf

Für meine Montierung SkyWatcher HEQ5 Pro verwende ich EQMOD als ASCOM-Treiber.

Download:  http://eq-mod.sourceforge.net/eqaindex.html

Serielle Verbindung

Contine reading

Astrofotografie: Mondfinsternisse

Siehe auch: Astrofotografie: Der Mond

Mondfinsternisse

Mondfinsternisse sind besonders spektakulär und können (ähnlich wie die Sonne) leicht beobachtet und fotografiert werden.

  • Halbschattenfinsternisse geben zum Fotografieren nicht viel her.
  • Eine partielle Mondfinsternis ist gut zu fotografieren.
  • Eine totale Mondfinsternis ist gut zu fotografieren und ist auch sehr beeindruckend.

Fotografieren einer Mondfinsternis

Fotografische Gerätschaften (mobil)

Ich habe die Mondfinsternis vom 27.7.2018 wie folgt fotografiert:

  • Teleskop: Orion ED 80/600 mit Reducer 0,85x; d.h. f=510 mm und damit Blende f/6,8
  • Kamera: Canon EOS 600D mit APS-C CMOS, 5184 x 3456 Pixel, Pixelgröße 4,3 μ
  • Montierung: SkyWatcher HEQ5 Pro mit “Lunar Tracking” (bei sauberem Polar Alignment)
  • Aufnahme-Software: APT auf Windows 10

Fokussieren bei Mondfinsternissen

Allerdings kann man bei einer totalen Mondfinsternis nicht gut auf dem Mond selber fokussieren; denn auf dem Mond selber ist die Beleuchtung direkt “von oben” und die Schattengrenze (Erdschatten) ist sehr diffus. Es empfiehlt sich also, vor der Mondfinsternis auf sichtbare helle Fixsterne zu fokussieren – notfalls auch währen der Finsternis..

Aufnahmedaten

  • ISO 100
  • Blende 6,8
  • Belichtungszeiten:
    • Totalität 5-1 sec,
    • Partielle Phase:  1 sec für den dunklen Teil, 1/100 für den hellen Teil

Nachbearbeitung der Fotos

  • Serie von Einzelfotos:
    • Auswahl einiger weniger Einzelfotos im zeitlichen Abstand von etwa 20 Minuten
    • Etwas vergrößert, dabei alle Fotos in genau dem gleichen Maßstab vergrößert
    • Histogramm und Gamma so dass die Einzelfotos ungefähr gleich aussehen
    • Ergebnis:  Flickr
  • Video
    • Aus den vielen Einzelbildern kann man leicht mit z.B. Microsoft Movie Maker ein Video machen
    • Allerdings sind trotz Lunar Tracking einige Bildsprünge in der Aufnahmeserie, die über fast 1,5 h Stunden ging
    • Ergebnis: YouTube

Auf der Suche nach einer Software, die meine Bildserie schön ausrichtet, sodaß die “Bildsprünge” verschwinden, bin ich gestossen auf:

  • PIPP  Planetary Imaging PreProcessor   “center planet in the frames”
  • https://sites.google.com/site/astropipp/example-uasge/example5
  • http://stargazerslounge.com/topic/184192-full-disc-lunar-imaging-with-a-dslr/

Wann sind die nächsten Mondfinsternisse?

Quelle: http://www.mondfinsternis.net/wann.htm

Partielle MoFi am 7.8.2017

Wenn der Mond am Abend des 07.08.2017 (ein Montag) um 18h 43m aufgeht, ist das Maximum dieser bescheidenen partiellen Finsternis bereits vorbei (18h 21m, 25%). Noch in der hellen bürgerlichen Dämmerung endet die Kernschattenphase (19h 19m). Doch bis dahin bieten sich reizvolle Fotomotive, wenn der “angeknabberte” Mond knapp über dem Horizont in der Gegendämmerung steht, die im angelsächsischen Raum als “Belt of Venus” (Gürtel der Venus) bezeichnet wird. Um in den Genuss dieses Schauspiels zu kommen, benötigen Sie unbedingt einen Standort mit freiem Blick zum Südost-Horizont, denn selbst am Sichtbarkeitsende der Halbschattenphase steht der Mond gerade einmal 10 Grad hoch.

Totale Mondfinsternis am 27.7.2018

Quelle: https://www.mofi2018.de/

Die Totale Mondfinsternis am 27.07.2018 gehört zweifelsohne zu den ganz großen astronomischen Ereignissen unserer Zeit. Mit einer Totalitätsdauer von 103 Minuten ist sie die längste totale MoFi des 21. Jahrhunderts.

Meine Meinung: ob die Totalität 5 Minuten länger oder kürzer ist, interessiert mich nicht die Bohne.

Da der Mond in Mitteleuropa während der einleitenden partiellen Phase aufgeht, kann die Totalität am dunkelblauen Dämmerungshimmel in voller Länge verfolgt werden

Das ist ziehmlicher Blödsinn: beim Anfang der Totalität steht der Mond 1 Grad über dem Horizont und der Himmel ist ganz hell

Etwa 6 Grad unterhalb des Roten Mondes steht Mars, der Rote Planet. Wenn ein Planet sich in der Nähe des Vollmonds befindet, dann steht er zwangsläufig in Opposition zur Sonne und erreicht mithin seine maximale Helligkeit. Diese fällt bei Marsoppositionen wegen der stark schwankenden Abstände zur Erde sehr unterschiedlich aus. Am 27.07.2018 haben wir es mit einer außerordentlich günstigen Marsopposition zu tun; der Rote Planet erreicht mit -2.8 mag fast seine größte überhaupt mögliche Helligkeit und übertrifft sogar den Jupiter an Glanz. Da sich das gesamte Geschehen horizontnah in der Dämmerung abspielt, kommen auch Naturfotografen voll auf ihre Kosten.

Astro-Fotografen finden die Horizont-Nähe sehr negativ.

Selbst der Kalender meint es diesmal gut mit den Beobachtern, denn die Jahrhundert-Finsternis findet an einem Freitagabend statt.

Totale Mondfinsternis am 21.01.2019

Link: http://www.mofi2019.de/#ueberblick

Astrofotografie Bildbearbeitung: Schärfen

Gehört zu: Bildbearbeitung

Was bedeutet “Schärfen”?

Quelle: Erik Wischnewski: Astronomie in Theorie und Praxis, 7. Auflage, S. 172

  • Unscharf bedeutet, dass Hell-Dunkel-Übergänge sanft verlaufen.
  • Scharf bedeutet, dass diese Übergänge härter (schneller und auf kurzer Strecke) erfolgen.

Schärfungsalgorithmen versuchen also aus einem weichen Übergang einen harten zu machen.

Schärfung darf nicht übertrieben werden. Was im Original nicht scharf ist, kann auch nicht mehr im nachhinein scharf gemacht werden.

Zum Schärfen gibt es spezielle Schärfungsfilter z.B. Iterative Gauß-Schärfung.

Schärfen erhöht das Bildrauschen….

Der Schwellwert des Schärfefilters sollte so klein eingestellt werden, das kleinere Helligkeitsunterschiede beim Schärfen ignoriert werden.

Siehe auch: http://www.photomonda.de/bilder-schaerfen

Genau genommen werden Bilder nicht schärfer, sondern es wird der lokale Kontrast an Grenzen erhöht, indem lokal dunkle Pixel noch weiter abgedunkelt und helle Pixel noch weiter aufgehellt werden. Unserem Gehirn wird damit vorgegaukelt, das die Fotos schärfer sind, da die Konturen prägnanter heraustreten.
Die Methode, die hier von den meisten Bildbearbeitungsprogrammen angewendet wird, heißt „Unsharpen Mask“ (=unscharfe Maske). Dieser seltsame Name kommt noch aus den Zeiten der Analogfotografie, da damals tatsächlich eine unscharfe Maske zum Schärfen verwendet wurde.

Da es sich um eine Kontrasterhöhung handelt, kann man es mit dem Bilderschärfen auch übertreiben…

Anwendungsbereiche

Bei Planetenfotos wird man zuerst mit “Lucky Imaging” die Luftunruhe (das schlechte Seeing) überlisten. Das Ergebnis muss dann aber noch häufig etwas geschärft werden; d.h. man  möchte die Details noch besser im Foto sichtbar machen…

Techniken zum Schärfen

Bildbearbeitungssoftware unterstützt unterschiedliche Techniken z.B:

  • sog. Wavelet-Filter, wie z.B. in RegiStax
  • Unscharfe Maskierung  (wird klassisch zum Schärfen benutzt)
  • Gauss schärfen  (z.B. in Fitswork)
  • Adobe Photoshop
  • etc.

Problem beim Schärfen des Mondes: Der Rand des Mondes wird eine helle Kante.

Link: https://www.reddit.com/r/astrophotography/Comments/7vsif7/the_moon_242018_processing_stages/

Es läßt sich nicht leicht vermeiden, aber es kann wie folgt abgemildert werden:

  • Das ungeschärfte Mondfoto in Photoshop laden.
  • Den dunklen Hintergrund mit dem “Magic Wand”-Werkzeug selektieren
  • Erweitern der Selektion ein bisschen in den Mond hinein: Select -> Modify -> Expand  mit ein paar Pixeln in den Mond hinein
  • Auf gleichem Wege “Feather” die Auswahl mit einem Betrag, der halb so groß ist wie beim “Expand”
  • Rechts-KLick und die Auswahl als neue Ebene kopieren
  • Schärfen des restlichen Mondes nach Geschmack (aufpassen: nicht den abgemilderten Rand schärfen). Das geschärfe Bild als Ebene einfügen.
  • Den abgemilderten Mond als Ebene oberhalb der Ebene des geschärften Mondes legen
  • Die obere (abgemilderte) Ebene sichtbar machen und mit der Opazität spielen. Sodaß einerseits die geschärften inneren teile sichtbar sind und andererseits ein natürlicher aussehener Rand entsteht.

Astrofotografie mit Autostakkert – Bildbearbeitung – Lucky Imaging

Bildbearbeitung

Wenn man seine Astro-Aufnahmen gemacht hat, beginnt die sog. Bildbearbeitung – dafür braucht man oft ein Vielfaches der Zeit, die man für die eingentlichen Aufnahmen in der Nacht investiert hatte.

Lucky Imaging

Das sog. Lucky Imaging bedeutet, dass wir, um die Luftunruhe “Seeing” zu überlisten, sehr viele kurzbelichtete Aufnahmen unseres Beobachtungsobjekts (typisch: Planeten, Mond,…) machen und davon dann die zufällig besten “lucky” auswählen…

Die Astro-Spezis machen also Videos z.B. vom Jupiter und benutzen dann eine spezielle Software fur “Lucky Imaging”, nämlich AutoStakkert (oder RegiStax).

Erfunden hat das Georg Dittie und seine erste Software dafür war Giotto.

Download AutoStakkert:  http://www.astrokraai.nl/software/latest.php

Nachdem man die besten Einzelaufnahmen “lucky” zu einem Summenbild “gestackt” hat, ist der nachste Schritt das Schärfen. AutoStakkert selbst bietet eine rudimentäre Schärfungsfunktion, die aber typisch nur zur optischen Kontrolle der Summenbilder eingesetzt wird. Die Astro-Spezis verwenden zum Schärfen gerne die kostenlose Software RegiStax.

Video-Formate für Autostakkert

Siehe auch: Video-Formate

Als Eingabe für Autostakkert benötigt man Video-Dateien im Format AVI uncompressed.

Heutige Digitalkameras erstellen häufig Videoformate MP4 oder MOV. Wir müssen das also konvertieren.

Als Beispiel haben wir ein Video im MP4-Format:  Saturn_Original.mp4. Dieses  wollen wir in AVI uncompressed konvertieren.  Früher hatte ich dafür ein Utility namens “SUPER” verwendet, was ich aber zur Zeit nicht mehr zur Verfügung habe. Als Umgehung ist nun die Idee: zuerst mit MediaCoder in ein schönes AVI konvertieren und dieses dann mit VirtualDub “uncompressed” abspeichern.

Ein weiterer Versuch zur “automatischen” Konversion wäre FFmpeg, was viel einfacher wäre – wenn es funktionieren würde. https://www.heise.de/download/product/ffmpeg-53902

Ein dritter Versuch zur Konversion wäre PIPP, wo man zur Reduktion der Dateigröße einen Ausschnitt wählen kann “Enable Cropping”.

Konversion mit FFmpeg

Download FFmpeg von http://ffmpeg.zeranoe.com/builds/

Auswählen Version für: Windows, 32-Bit oder 64-Bit, Static

Aus dem ZIP-File ffmpeg-20180831-3ad0e67-win64-static.zip ffmpeg.exe kopieren…

autostakkert-04

…in den Autostakkert-Ordner (bei mir: F:/bin/AutoStakkert)

Autostakkert-03

Mein AutoStakkert-Ordner

Wenn ich nun Autostakkert aufrufe und das MP4-Video öffne,  startet die Konversion des MP4-Videos tatsächlich automatisch. Das konvertierte Video kann dann sehr groß werden (weil uncompressed) d.h. der Ausgabe-Ordner muss genügend freien Speicherplatz haben. Als Ausgabe-Ordner nimmt Autostakkert immmer den selben Ordner wie für die Eingabe.

Im Testfall wird das Ausgabe-Video größer als 4 Gigabyte und Autostatkkert kann das nicht verarbeiten.

Konversion mit PIPP

Wenn AutoStakkert ein Video nicht lesen will, wird als Abhilfe auch die Konversion des Videos mit der Software PIPP empfohlen. PIPP steht für “Planetary Imaging PreProcessor”.

Mit PIPP bekommen wir eine kleinere Ausgabedatei, wenn wir im Reiter “Processing Options”  “Enable Cropping” anhaken.

Download PIPP: https://sites.google.com/site/astropipp/downloads

PIPP 1: File -> Add Source Files

PIPP-01

PIPP 2: Source File

pipp-02

 

PIPP 3: Processing Options

pipp-03

 

PIPP-4: Output Options

pipp-04

 

PIPP-5: Do Processing

pipp-05

Konversion mit MediaCoder

Laut MediaCoder hat die Video-Datei Saturn_Original.mp4 folgendes Format:

  • Container: MP4  = MPEG-4
  • Video-Codec: AVC1
  • Bitrate: 2411 kbps
  • Resolution: 1920 x 1080
  • Framerate: 30 FPS

Wir konvertieren dies mit MediaCoder in das Video-Format:

  • Container: AVI
  • Video-Stream
    • Codec:   H.264 / x.264
    • Bitrate: 2500 kbps
  • Audio-Stream
    • egal, aber nicht VBR

VitualDub kann das erzeugte Video noch nicht lesen, weil VirtualDub kein Codec für x.264 von sich aus hat – und der gute alte VirtualDub benötigt ein VfW-Codec für x.264.

(Angeblich soll Autostakkert auch MOV-Formate ohne vorherige Konversion als Input verarbeiten können, wenn FFmpeg vorher installiert wurde. FFmpeg kann man z.B. bei Heise downloaden.)

Das x.264 Codec muss man also noch mal schnell installieren. Das gibt es z.B. auf SourceForge unter: https://sourceforge.net/projects/x264vfw/

Nach der Installation dieses VfW-Codecs kann VirtualDub die Video-Datei lesen und wir können dort einstellen:

  • Video: Full Processing Mode & Compression = Uncompressed
  • Audio:  No Audio
  • File: Save as AVI…

Erste Schritte mit Autostakkert

AutoStakkert unterstützt eine sog. Multi-Punkt-Ausrichtung d.h. die einzelnen Frames des Videos werden so übereinander gelegt, dass nicht nur ein Punkt sondern mehrere Punkte zur Deckung gebracht werden.

Ich habe die Version 3.0.14 (x64)

Ich habe am 10.3.2017 mit meinem iPhone ein Mond-Video aufgenommen. Dies habe ich dann mit AutoStakkert wie folgt bearbeitet:

  1. Programm aufrufen: Das Hauptfenster von Autostakkert erscheint
  2. Open: AVI-Video laden
    1. Es erscheint dann ein zweites Fenster in dem der erste Frame des Videos gezeigt wird
    2. Image Stabilization: “Surface” oder “Planet”   (wenn kein ganzer Planet: Surface)
    3. Falls “Surface” dann Image Stabilization Anchor setzen (zum Vorzentrieren)
  3. Schaltfläche “Analyse”
    1. Nun macht Autostakkert die Vorzentrierung (“Surface Image Stabilization”) und anschließend die “Image Analysis”
    2. “Image Analysis” bedeutet, dass die Frames nach Qualität sortiert werden.
  4. Parameter setzen: Prozentsatz der “guten” bestimmen und eingeben
  5. Alignment Points (AP) setzen (vorher ist die Schaltfläche “Stack” ausgegraut)
  6. Schaltfläche “Stack”
  7. Ergebnis so drehen, dass Norden oben ist.

AutoStakkert produziert so zwei Bilder als Ergebnis: Ein geschärftes (“Sharpened”) und ein ungeschärftes. Wir werden das ungeschärfte Bild nehmen und dieses dann in einer anderen Software richtig schön schärfen. Das von AutoStakkert geschärfte Bild benutzen wir nur zur ersten visuellen Beurteilung unserer Fotos.
Zum separaten Schärfen verwenden wir gerne die Software “RegiStax” mit den dort unterstützten feinen Wavelet-Filtern.

Bild 1: AutoStakkert: Wählen der sog. “Frame Percentage” vor dem “Stack” (vorher müssen noch die “Alignment Points” gesetzt werden)

AutoStakkert-01

Bild 2: AutoStakkert Alignment Points

AutoStakkert-02