Astronomie: Einsteiger-Teleskope für den DSLR-Astronomen

Einsteiger-Teleskope: Ausgangslage

Gehört zu: Meine Astro-Geräteliste

Wenn die Astrofotografie mit einer digitalen Kamera (“DSLR” auch wenn sie keinen Spiegel hat) und langbrennweitigen Objektiven (f=135mm, f=200mm) gelungen ist, schielt man vielleicht doch auf “richtige” Teleskope.

Um es einfach mal auszuprobieren kämen Einsteiger-Modelle, die erstens nicht so viel kosten und zweitens wohl noch auf die Montierung passen, die Sie für die bequeme DSLR-Fotografie schon spendiert haben.

Welche Teleskope ist für einen solchen Einstieg interessant?

Von alters her kennt man das legendäre “LidlScope“, das eine wunderbare Wahl für einen solchen Einstieg wäre.

Die bekannten Astro-Shops bieten auch aktuelle Einsteiger Teleskope an, z.B. das SkyWatcher StarTravel

Auch für einen “nur” Einstieg sollen folgende Anforderungen erfüllt werden:

  • Vixen-Prismenschiene als Anschluss an eine (evtl. vorhandene) Montierung
  • Wackelfreier Okularauszug mit Anschlußmöglichkeit für Digitalkamera (z.B. T2-Gewinde) und feiner Fokussierung
  • Brennweite deutlich länger als beim Teleobjektiv d.h. größer als 200mm
  • Niedriger Preis – etwa << 150 Euro

Auflösungsvermögen eines Teleskops

Das sog. Auflösungsvermögen eines Teleskops bedeutet, welchen kleinen Einzelheiten noch getrennt dargestellt werden können (deswegen auch “Trennschärfe” genannt).  Das hängt von der Öffnung des Teleskops ab.

Siehe: http://www.clearskyblog.de/2009/09/22/mathematik-in-der-astronomie-teil-4-das-aufloesungsvermoegen-von-teleskopen/

Das Abbild einer punktförmigen Lichtquelle (ein Stern) ist im Teleskop ein Beugungsmuster mit einem Beugungsscheibchen in der Mitte als Maximum.

Der Radius des Beugungsscheibchens, gemessen bis zum ersten Minimum, ist (in Bogensekunden) ist nach George Airy:

α = 1,22 *  (λ /D) * 206265 ”       

wobei 206265 = 360 * 60 * 60 / 2π 

Teleskop-Verkäufer lassen gern den Faktor 1,22 weg, um zu besser aussehenden Werten zu kommen. Die 1,22 ergibt sich aber als die erste Nullstelle der Besselfunktion, die für den Radius des ersten Beugungsminimums zuständig ist.

Das sog. Rayleigh-Kriterium besagt, dass der minimale Abstand zweier Lichtpunkte, der noch eine Trennung ermöglicht, dann erreicht ist, wenn der Mittelpunkt des zweiten Lichtpunkts genau im ersten Minimum des ersten Lichtpunkts liegt.

Wenn wir als Lichtwellenlänge λ annehmen 550 nm (grün), ergeben sich folgende (theoretische) Zahlen:

Teleskop Öffnung in mm Auflösungsvermögen in “
LidlScope 70 1,98″
Orion ED 80/600 80 1,73″
Vixen 114/900 114 1,21″

Als Faustformel gilt:

Auflösungsvermögen (in “) =  13,8 / D   (in cm)

Um die Größe des Beugungsscheibchens mit der Pixelgröße der Kamera vergleichen zu können, rechnen wir den Winkel in Länge um, wobei die Brennweite (f) die entscheidende Rolle spielt:

Teleskop Öffnung in mm Auflösungsvermögen in “ Brennweite in mm Radius Beugungsscheibchen in μ
LidelScope 70 1,98 “ 7000 6,71 μ
Orion ED 80/600 80 1,73 “ 6000 5,03 μ
Vixen 114/900 114 1,21 “ 9000 5,30 μ

Für welches Einsteiger-Teleskop entscheide ich mich?

Einsteiger-Teleskop #1: Das legendäre LidlScope

Quelle: http://astrofanweb.de/joomla/index.php?option=com_content&view=article&id=100&Itemid=121

Mit 70mm Öffnung hat man mit diesem Scope schon ein einigermaßen ordentliches Mond- und Planetengerät zur Verfügung.  Nur sollte man bei einem Preis von knapp 80,00 Euro nicht allzuviel erwarten. Ein ausführlicher Test steht allerdings noch aus. Für DeepSky ist es bedingt geeignet.lidlscope

wichtigste Kenndaten auf einen Blick:

  • Optik: Fraunhofer-Refraktor
  • Öffnung: 70mm
  • Brennweite: 700mm
  • Öffnungsverhältnis:  f/10
  • theoretisches Auflösungsvermögen:  1,8″
  • maximal sinnvolle Vergrößerung:  140 fach

mitgeliefertes Zubehör:

  • Original-Montierung – das Minimum für ausreichende Stabilität, brauchbar
  • Alustativ – verbesserungsbedürftig
  • Original-Sucher muss ausgewechselt werden
  • 1 1/4” Okularauszug
  • 1 1/4” Zenitspiegel – Plastikgehäuse
  • 1 1/4” Kellner-Okulare mit Brennweiten 20mm und 4mm
  • 1 1/4” Barlow-Linse

Eindrücke und Abbildungsleistung:

Nach dem ersten Aufbau und anschließender Kontrolle hab ich schon mal kleinere Mängel festgestellt. Eine weitere Einschätzung kann ich noch nicht vornehmen, muss das Gerät erst noch bei klarer Sicht testen. Nur soviel vornweg:
– Öffnung beträgt nur 66mm statt angegebener 70mm
– Montierung vom Werk falsch zusammen gesetzt => Feinbewegungen in den Achsen stehen sich ständig im Weg
– viel Plastik verbaut
– das okularseitige Zubehör kann man getrost durch besseres austauschen

Nach den ersten Tests ergaben sich dann doch einge Änderungswünsche:
– Da der OAZ sehr weit in den Tubus hineinragte kam es zur Vignettierung => OAZ innen 3cm gekürzt.
– OAZ hatte im Inneren starke Reflexe durch unzureichende Innenschwärzung => mit schwarzem Tonpapier ausgekleidet.
– Das Objektiv war leicht verspannt => Tauschutzkappe abgenommen und in einer leichtgängigen Position wieder drauf gesteckt.

Einsteiger-Teleskop #2: SkyWatcher StarTravel

Ein kleines Teleskop zusätzlich (und DSLR dann Biggy Back) würde mehr Möglichkeiten eröffnen…

Copyright Teleskop-Service

Copyright Teleskop-Service

Einsteiger-Teleskop #3: Skywatcher Evostar 80/800 ED bzw. Orion 80/600 ED

Da ich mir dieses Teleskop in 2017 tatsächlich angeschafft habe, gibt es dazu einen separaten Artikel.

Etwas teurerer aber auch sehr interessant fand ich die baugleichen Modelle:

Die beiden OTAs sind baugleich:

  • Objektiv: 80/600mm (f/7.5) Zweilinser mit FPL-53 ED Glas und Kron Glass von Schott
  • Okularauszug (OAZ) 2 Zoll Crayford Dual Speed

Mein Orion “Volksapo” auf HEQ5 Pro

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Mein Orion “Volksapo” auf HEQ5 Pro

Die Unterschiede von Shop-Angeboten können im Zubehör liegen:

  • Vixen-Schiene und Rohrschellen
  • Sucherschuh / Sucher /Guiding-Rohr
  • 1,25-Zoll-Adapter für den 2-Zoll-OAZ mit T2-Gewinde
  • OAZ rotierbar
  • Flattener Skywatcher 0,85x für EvoStar 80ED DS PRO   (-> f=510mm,  f/6.375)

Meine ersten Versuche mit dem LidlScope

Sonnenbeobachtung: Astronomie im Sommer