Astrofotografie: Einnordnen – Polar Alignment

Polar Alignment – Aufgabenstellung

Eine parallaktische Montierung muss als erstes “eingenordet” (resp. “eingesüdet”) werden; d.h. die Stundenachse der Montierung muss genau parallel zur Erdachse ausgerichtet werden damit die Nachführung richtig funktioniert. Das ist dann besonders wichtig, wenn man seine Astrofotos länger belichten will (siehe: Langzeitbelichtung).

Vorher muss man aber die Stativbeine so einstellen, dass sich die Auflagefläche des Polblocks schön in der Waagerechten befindet.

Wenn man seine Montierung nicht dauerhaft an einem Standort aufgestellt hat, sondern für jede Beobachtung das Aufstellen und die Einnordung erneut vornehmen muss,  kommt es sehr darauf an wie schnell, bequem und genau man die Einnordung vornehmen kann.

Wenn man das Teleskop immer am gleichen Ort z.B. auf seiner Terrasse (markiert mit Nagellack) aufstellt, ist die Polhöhe automatisch richtig und das Azimut stimmt auch fast – nur kleine Korrekturen am Azimut sind zu erwarten.

Polar Alignment – Lösungsmöglichkeiten

Für das Einnorden (Einsüden) gibt es verschiedene Methoden. Dazu gehören:

Polar Alignment mit dem QHY PoleMaster

Der QHY PoleMaster ist 2016 neu auf den Markt gekommen und ermöglicht sehr einfaches und sehr schnelles Einnorden, kostet allerdings so um die 325,– Euro.

Zum QHY PoleMaster habe ich einen eigenen Artikel geschrieben.

Polar Alignment mit dem Polfernrohr auf SmartEQ Pro

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Polar Alignment mit dem Polfernrohr auf SkyTracker

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Polar Alignment mit DLSR Logger

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Polar Alignment mit SharpCap

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Polar Alignment mit der Handbox der SmartEQ Pro

Die Handbox der SmartEQ Pro bietet eine Methode zur Einnordung, die ohne Sicht auf den Polarstern funktioniert (ähnlich der Software AlignMaster).

Mit der Handbox-Funktion “Polar Align” kann man ein Alignment machen, auch wenn der Polarstern nicht zu sehen ist…..

Polar Alignment mit der Software “AlignMaster” mit ASCOM Goto Montierungen

Autor: Matthias Gazarolli

Download: http://www.alignmaster.de

YouTube AstronomyShed: https://youtu.be/dNRFm3LtCrE

Polar Alignment mit “Scheinern” engl. “Drift Align”

Eine von Julius Scheiner beschriebene Methode, die in der Praxis ziemlich zeitintensiv ist.

Es gibt zahlreiche Software, die auf Basis der Scheiner-Formeln das Alignment schneller ermöglicht….

Z.B. EQalign:  http://eqalign.net/e_eqalign.html

 

Astrofotografie: Uranus

Mein Wunsch

Als Amateurastronom ohne Teleskop möchte ich auch einmal den Planeten Uranus fotografisch nachweisen.

Ein erstes Foto vom Uranus

Am 11.10.2015 um 20:21 UT konnte ich den Uranus in Handeloh ablichten. Kamera Sony NEX-5R mit Olympus G.ZUIKO f=50mm bei ISO 1600 und 30 sec Belichtungszeit (Nachführung: Skytracker ???, Blende ???) –

Ein Hubschrauber sauste durch das Bild.

dk_20151011_06368_beschriftet

Die Koordinaten des Bildmittelpunkts sind: 00h 51m 32s, +03° 45′ 27″ (J2000)
Der Uranus steht bei: 01h 08m 38s, +06° 34′ 17″ (J2000)
Kamerawinkel 160°

Ich müsste dann ein zweites Bild mit dem gleichen Bildausschnitt machen…

Ein zweites Foto vom Uranus

Im Dezember 2016 konnte ich mit dem Remote-Teleskop T13 (Takahashi Sky90, 90/417mm, FoV 97′ x 73′) in Siding Spring den Uranus drei Mal (20.12.2016 22:00, 21.12.2016 21:30, 22.12.2016 21:37) ablichten:

T13-dkracht-Uranus-20161220-20161222

Links zum Uranus

Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie: http://www.waa.at/apo/uranus-neptun/main.html

Sichtbarkeit des Uranus

http://www.calsky.com  Planeten -> Uranus -> Sichbarkeitsgraph

Diagramm ausgeschnitten aus (Copyright): http://www.waa.at/apo/uranus-neptun/main.html

uranus2010-2018

Astrofotografie: Sternhaufen

Warum Sternhaufen?

Als Astro-Anfänger im lichtverschmutzen Eimsbüttel möchte ich mit meiner Ausrüstung Astrofotos von Objekten machen, die trotzdem Eindruck schinden (zumindest bei mir selbst). Als ich mich fragte, welche Objekte ich aus der lichtverschmutzten Großstadt Hamburg heraus mit meinen bescheidenen Mitteln fotografieren könnte, blieb eines als gut möglich übrig: Sterne  (also keine Nebel, keine Galaxien).

Als für mich lohnenswerte Beobachtungsobjekte kommen also schöne Sternhaufen und Doppelsterne infrage. Sternhaufen kann ich mit der Digitalkamera (kürzere Brennweiten) gut fotografieren; Doppelsterne werden meist erst im Teleskop mit längerer Brennweite gut getrennt.

Einige “Experten” empfahlen auch den Einsatz von Filtern gegen die Lichtverschmutzung, was sich bisher als kaum erfolgreich herausstellte.

Welche Sternhaufen?

Liste von für meine Ausrüstung interessanten Offenen Sternhaufen

Meine Kriterien: Größer als 10′ und heller als 8,0 mag

Lfd.Nr. Kurzbezeichnung Ausdehnung Helligkeit Sternbild Erläuterungen
 M36  12′  6,0 mag Auriga  beste Sichtbarkeit: Nov-Apr
 M37  24′  5,6 mag Auriga  Hellster Haufen im Auriga
 M38  21′  7,4 mag Auriga  beste Sichtbarkeit: Nov-Apr
 NGC 1502  20′  6,9 mag Camelopadalis  Kemble’s Cascade läuft durch NGC1502
 M44  95′  3,1 mag  Cancer  Praesepe, Krippe, Bienenstock – zweithellster offener Sternhaufen
 M67  30′  6,9 mag  Cancer
 M41  38′  4,5 mag  CMa  Unterhalb von Sirius
 NGC 457  20′   6,4 mag  Cassiopea  ET- oder Eulen-Haufen
 NGC 7789  16′  6,7 mag  Cassiopea  Herschels Spiralhaufen
 NGC 663  15′  7,1 mag  Cassiopea
 Coma Berenice  Com  ist ein komplettes Sternbild
 Mel 111  270′  1,8 mag  Com  Coma Berenices
 M39  32′  4,6 mag  Cyg
 M35  28′  5,1 mag  Gem  Herrlicher offener Sternhaufen bei Eta Geminorum
 NGC 2244  24′  4,8 mag  Mon  Offener Sternhaufen im Rosetten-Nebel
 NGC 2264  Mon  Der Weihnachtsbaum-Sternhaufen
 NGC 2232  45′  4,2 mag  Mon
 M50  16′  5,9 mag  Mon
 NGC869 & NGC884  30′ / 30′  5,3 / 6,1 mag  Perseus  Chi und h im Perseus
 NGC 1528  18′  6,4 mag  Perseus
 Melotte 20  180′  1,2 mag  Perseus Alpha Persei und Umgebung
 M46  27′  6,1 mag  Pup
 M47  30′  4,4 mag  Pup
 M23  27′  5,5 mag  Sgr
 M18  10′  7,1 mag  Sgr
 M25  32′  4,6 mag  Sgr
 M11  14′  5,8 mag  Scutum  Wildentenhaufen
 M7  80′  3,3 mag  Skorpion  der dritthellste Fleck der ganzen Milchstraße
 IC 4756  40′  4,6 mag  Serpens  Graff’s Cluster
Caldwell 41 330′ 0,5 mag  Taurus  Hyaden – Sternbild Stier
 M45  110′  1,6 mag  Taurus  Plejaden, Siebengestirn, Six Sisters

Liste von für meine Ausrüstung interessanten Kugelsternhaufen

Meine Kriterien: Größer als 10′ und heller als 8,0 mag

Lfd.Nr. Kurzbezeichnung Ausdehnung Helligkeit Sternbild Bemerkungen Status
 M3   18′  6,3 mag Jagdhunde  im Frühjahr sichtbar
 M2  16′  6,3 mag Wassermann  Dekl=0°, sichtbar Sep, Okt, Nov
  M4
  M30  12′  7,7 mag  Capricornus  Dekl= -23°, Aug – Okt
 M13  20′  5,8 mag  Herkules  Abendhimmel: Apr, Mai, Juni
 M92  14′  6,3 mag  Herkules  Abendhimmel: Apr, Mai, Juni
 M48  54′  5,8 mag  Hydra
 M10  20′  6,6 mag  Oph
 M12  16′  6,1 mag  Oph  der hellste Kugelhaufen im Oph
 M15  18′  6,2 mag  Peg
 M22  32′  5,5 mag  Sgr
 M4   36′   5,8 mag  Skorpion  Dekl=-26°, bei Antares, sichtbar Mai= am Morgenhimmel, Juni= ab Mitternacht
 M80   10′  8,7 mag  Skorpion  Dekl=-23°
 M5  23′  5,6 mag  Serpens  Dekl=+2°, Beobachtung: April-September
 Galaxie  NGC 247  19,9’x5,4′  8,9 mag  Cetus Gute Sichtbarkeit:  Sept-Jan
 Supernova-Rest  NGC 6992 ff.  180′  7,0 mag  Cyg  Cirrus-Nebel, Schleier-Nebel
 Gas-Nebel  NGC 7000  120′ x 100′  Cyg  Nordamerika-Nebel
 Emmissions-Nebel IC 1318 Cyg Gamma-Cygni-Nebel, Schmetterligs-Nebel
Galaxie M83 12,9′ x 11,5′ 7,5 mag Hydra Große Balkenspirale
 Gas-Nebel  NGC 2237  Mon  Rosetten-Nebel
 Emissions-Nebel  M42  85′ x 60′  4,0 mag  Ori  Orion-Nebel
 Gas-Nebel  M8  60′ x 40′  6,0 mag  Sgr  Lagunen-Nebel
 Galaxie  M33  70′ x 40′  5,7 mag  Tri  Dreiecks-Nebel. Drittgrößte Galaxie der Lokalen Gruppe nach M31 und uns.
 Galaxie  M81  27′ x 14′  7,0 mag  UMa  Bodes Galaxie
 Galaxie  M82  11,2′ x 4,3′  8,6 mag  UMa  Zigarren-Galaxie
 Planetarischer Nebel  M27  8,0′ x 5,7′  7,5 mag  Vul  Hantel-Nebel

Ende Kugelsternhaufen

Meine Fotos von Sternhaufen

26.9.2015 Die Plejaden

Ich hatte gerade ein schönes altes Objektiv Takumar 1:3,5/135 mit M42-Gewinde bekommen. Das musste ich sofort mit meiner Kamera Sony NEX-5R ausprobieren.

26.09 2015, 22:04-22:07 UTC Plejaden: 12x5 sec, ISO1600, f=135, 1:3,5

26.09 2015, 22:04-22:07 UTC Plejaden: 12×5 sec, ISO1600, f=135, 1:3,5

 

Astrofotografie: Venus

Was bestimmt die Sichtbarkeit der Venus?

Venus ist ein innerer Planet, wie der Merkur; d.h. sie ist von der Erde gesehen immer “irgendwie” in Sonnennähe – jedenfalls kommt sie nie in Opposition. Die scheinbare Winkelentfernung von der Sonne nennt man die Elongation. Die maximale Elongation beträgt bei der Venus 47 Grad (Merkur 28 Grad).

Damit ist die Venus häufig ganz problemlos zu beobachten:  als hell glänzender Abendstern bzw. Morgenstern.

Meine Fotos von der Venus

Fotos eines einzelnen Sterns sind meist nicht wirklich eindrucksvoll. Eine besondere Sternen-Konstellation, zusätzliche Horizontobjekte bzw. Landschaft oder gar Zeitreihen könne so ein Foto eindrucksvoller machen.

Venus am 16.2.2014 in Südafrika

Anlässlich unserer Tour in Südafrika wollten wir am 16.2.2014 ganz früh eine Ballonfahrt in Pilanesberg machen. Der Startplatz lag am Lake Mankwe von wo aus ich um 03:17 UT einen schönen Schnappschuss von unserem Morgenstern machen konnte.

Standort Lake Mankwe: http://www.google.com/maps?q=-25.258743,27.116286

Schnappschuss mit Sony NEX-5R Zoom-Objektiv f=18 mm, ISO 3200, f/3.5, Belichtungszeiten 1/8 sec

Pilanesberg: Venus as Morning Star above Lake Mankwe

Pilanesberg: Venus as Morning Star above Lake Mankwe

Venus am 25.3.3012 in Hamburg

Am 25.3.2012 Abends um 19:13 UT habe ich einen schnellen Schnappschuss von Mond, Jupiter (links neben dem Mond) und Venus (oben im Bild) gemacht.

Schnappschuss mit Panasonic Lumix DMC-FZ28 Zoom-Objektiv f=11,9mm, ISO 100, f/3.4, Belichtungszeiten 15 sec

dk_20120325_1140170a

Links zum Thema Venus

http://www.waa.at/hotspots/planeten/venus-201703-201712-mo/index.html

http://news.astronomie.info/sky201610/planeten.html

http://www.CalSky.com > Planeten > Venus > Sichtbarkeitsgraphen

Venussichtbarkeit im Jahre 2017

Im Jahre 2017 gibt es eine gute Abendsichtbarkeit  von ca. 1.1.2017 bis 1.3.2017

Größte östliche Elongation am 12.1.2017, größter Glanz am 17.2.2017 mit -4,9 mag. (Am 3.6.2017 ist dann die größte westliche Elongation, also Morgensichtbarkeit.)

Bild entnommen aus (Copyright): http://www.waa.at/hotspots/planeten/venus-201703-201712-mo/index.html

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Am 1.2.2017 erreicht die Venus bei Ende der bürgerlichen Dämmerung eine Höhe von ca. 30 Grad.

Astrofotografie: Merkur

Was bestimmt die Sichtbarkeit des Merkur?

Ich hatte in meinem Leben noch nie den Planeten Merkur gesehen.

Da ging es mir wohl wie Kopernikus, der der Legende nach eben dies auf seinem Sterbebett beklagt haben soll.

Nun ist der Merkur ein innerer Planet, wie die Venus; d.h. er ist von der Erde gesehen immer “irgendwie” in Sonnennähe – jedenfalls kommt er nie in Opposition. Die scheinbare Winkelentfernung von der Sonne nennt man die Elongation. Die maximale Elongation beträgt beim Merkur 28 Grad und bei der Venus 47 Grad.

Damit ist die Venus häufig ganz problemlos zu beobachten (als hell glänzender Abendstern bzw. Morgenstern), beim Merkur aber ist eine Beobachtung sehr schwierig.

Um den Merkur gut beobachten zu können, sollten wir die Steilheit der Ekliptik in Bezug auf den Horizont berücksichtigen (analog der Sichtbarkeit des Zodiakallichts). Andere Einflussfaktoren für die Sichtbarkeit sind die Exzentrizität und die Neigung der Merkurbahn…

Für unsere Breiten gilt: Steile Ekliptik am Abend im Frühling – Steile Ekliptik am Morgen im Herbst.

Meine Beobachtungen des Merkur

Fotos eines einzelnen Sterns sind meist nicht wirklich eindrucksvoll. Eine besondere Sternen-Konstellation, zusätzliche Horizontobjekte bzw. Landschaft oder gar Zeitreihen könne so ein Foto eindrucksvoller machen.

Merkur am 8.6.2013

Am 8.6.2013 habe ich meinen ersten Versuch gemacht, den Merkur zu fotografieren, wobei die Panasonic Lumix DMC-FZ28 zum Einsatz kam. Das Ergebnis war unbefriedigend. Die meisten Fotos waren extrem überbelichtet, weil ich manuelle Einstellungen vorgenommen hatte. In der Dämmerung sollte man sich besser auf die Belichtungsautomatik verlassen.

Merkur am 2.2.2014

Am 2.2.2014 konnte ich abends den Merkur vom Niendorfer Gehege aus  erneut fotografieren.

Standort Niendorfer Gehege: http://www.google.com/maps?q=53.618085,9.932714 Ende der bürgerlichen Dämmerung 16:41 UT

Max-Bild mit StarStaX aus 7 Aufnahmen von 16:50 bis 16:59 UT mit Sony-NEX-5R Kit-Objektiv f=50mm, ISO 200, f/5.6, Belichtungszeiten 0,5 bis 1,0 sec (Höhe 8° – 7°)

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Merkur-Transit am 9.9.2016

Am 9.5.2016 hatten wir einen schönen Merkur-Transit vor der Sonnenscheibe. Dies Ereignis konne ich gut visuell zusammen mit Oliver vom UKE aus beobachten…

Links zum Thema Merkur

http://www.waa.at/hotspots/planeten/merkur/merkur2017.html

http://www.CalSky.com > Planeten > Merkur > Sichtbarkeitsgraphen

Merkursichtbarkeit im Jahre 2017

Im Jahre 2017 gibt es nur eine gute Abendsichtbarkeit. Das ist ca. vom 20.3. bis 4.4.2017

Die beste Morgensichtbarkeit bei uns in 2017 ist ca. vom 9.9. bis 24.9.2017

Bild entnommen aus (Copyright): http://www.waa.at/hotspots/planeten/merkur/merkur2017.html

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Merkur beim Ende der bürgerlichen Dämmerung. Die maximale Höhe des Merkur ist dann 11 bis 12 Grad.

Astrofotografie: Die Grosse Magellansche Wolke – GMW – LMC

Eine Reise in den Süden…

Anlässlich meiner touristischen Reisen nach Südafrika, wollte ich ein paar Besonderheiten des südlichen Sternhimmels fotografisch festhalten.

Fotos von der Großen Magellanschen Wolke

Am 8.2.2016 habe ich auf unserer touristischen Südafrikareise von Kagga Kamma aus bei Neumond einige Aufnahmen machen können.

Ausser der LMC habe ich von Kagga Kamma aus auch die Milchstraße fotografiert.

Standort Kagga Kamma: http://www.google.de/maps?q=-32.745637,19.561748

Kamera: Sony NEX-5R mit Objektiv Olympus G.ZUIKO f=50mm auf Fotostativ mit dem NanoTracker als Nachführung.
Stack aus 10 Aufnahmen a 30 sec bei ISO 800

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Am 1.3.2014 habe ich meine erste Aufnameserie von Trafalgar, Kwa-Zulu-Natal,  aus gemacht:

Standort Trafalgar: http://www.google.de/maps?q=-30.960956, 30.295530

Trafalgar Astro

Das Foto aus Trafalgar

  • Zeigt die Große Magellansche Wolke (Bildfeld:17 x 26 Grad, Südpol in Richtung 8 Uhr)
  • Ist eine Addition von 7 Aufnahmen je 30 sec bei ISO 400 und Blende 2,8.
  • Aufgenommen am 1.3.2014  von der Terrasse der “Days at Sea” Lodge in Trafalgar, Südafrika.
  • Kamera: Sony NEX-5R mit Olympus Zuiko f=50mm
  • Nachführung: Nano Tracker   (bei 30 sec sind die Sterne sonst kleine Striche)

 Was ist die Große Magellansche Wolke?

Die Magellanschen Wolken sind zwei irreguläre Zwerggalaxienin nächster Nachbarschaft zur Milchstraße. Die Große Magellansche Wolke (GMW) in rund 163.000 Lichtjahren Entfernung enthält ungefähr 15 Milliarden Sterne, die Kleine Magellansche Wolke (KMW) in rund 209.000 Lichtjahren Entfernung 5 Milliarden Sterne.

Unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße, ist eine große Spiral-Galaxie mit einem Durchmesser von ca. 100.000 Lichtjahren und 100 bis 200 Milliarden Sternen.

Die GMW ist relativ hell (0.9 mag) und kann sehr gut mit dem bloßen Auge beobachtet werden (KMW 2.7 mag, Andromedanebel 3.5 mag).

Für einen irdischen Beobachter erstreckt sich die GMW über eine Durchmesser von etwa 6º ; das ist 12 mal der Durchmesser des Vollmonds.

Den Bewohnern der Südhalbkugel waren die beiden Magellanschen Wolken wohl schon seit prähistorischer Zeit durch Beobachtungen mit dem bloßen Auge bekannt, erstmalige schriftliche Erwähnung fanden sie jedoch durch den persischen Astronomen Al Sufi in seinem Buch der Fixsterne im Jahr 964. Der erste Europäer, der die beiden Wolken beschrieb, war Ferdinand Magellan bei seiner Weltumsegelung 1519. Im Fernrohr zeigt sich ihr Charakter als Galaxie, die aus Sernen, Nebeln, Sternhaufen und anderen Objekten zusammengesetzt ist.

Neben den Magellanschen Wolken sind die Canis-Major-Zwerggalaxie (25.000 Lichtjahre entfernt) und Sagitarirus-Zwerggalaxie (70.000 Lichtjahre entfernt) die nächsten Nachbarn der Michstraße. Diese gehören mit insgesamt ca. 27 kleineren Galaxien zur sog. Milchstraßen-Untergruppe der Lokalen Gruppe.
Der etwas entferntere Andromedanebel (2.5 Mio Lichtjahre entfernt) gehört zusammen mit unserer Milchstraße zu den größten Galaxien der Lokalen Gruppe.

Quelle: Wikipedia

Lage der Magellanschen Wolken relativ zur Milchstraße

lagedermagellanschenwolken

Abkürzungserklärungen:

• GMW –  Große Magellansche Wolke
• KMW –  Kleine Magellansche Wolke
• GSP –  Galaktischer Südpol
• MSI –  Erste Wasserstoffverdichtung im Magellanschen Strom
• 3 –  30 Doradus
• W –  Flügel (Wing) der KMW

Der grüne Pfeil deutet die Umlaufrichtung der Magellanschen Wolken um das Milchstraßenzentrum an.

Quelle: Wikipedia

 

 

Astrofotografie: Asterismen – kleine Sternmuster

Was sind “Asterismen” ?

Als Einsteiger in die Astrofotografie bin ich auf der Suche nach mit meinen Mitteln erreichbaren interessanten Beobachtungsobjekten (Fotomotiven). Da bin ich auf die sog. “Asterismen” (Sternmuster) gestossen.

Asterismen sind Gruppen von eigentlich unzusammenhängen Sternen, die ein interessantes Muster ergeben. Meist ist es ein kleines markantes Teil eines Sternbilds. Es kann aber auch etwas großes, sternbildübergreifendes sein. Ein Sternbild selbst ist kein Asterismus.

Es gibt in diesem Sinne ein paar ganz große Asterismen: z.B. das Sommerdreieck, der Gürtel des Orion, der Große Wagen etc.  (ein Muster aus Sternen, das kein Sternbild ist)

Die meisten Asterismen sind aber keinere, meist Feldstecher-Objekte…

Link: https://www.bisque.com/tom/asterisms/list.asp

Fotografieren von Asterismen

Asterismen sind typischerweise klein und bestehen auf Sternen, die man mit blossem Auge nicht sehen kann.

Ich kann aber die Goto-Funktion meiner Montierung iOptron SmartEQ verwenden, wenn ich einen SAO-Stern im Asterismus oder ganz in der Nähe habe.

Name Goto Beschreibung Hinweise
 Kemble 2  SAO 9181  Ein kleines “W” wie die Cassiopeia im Sernbild Draco  f≥135mm
 Little Orion  SAO 50228  Im Schwan, neben dem “Golf von Mexiko” im Nordamerikanebel  f=135mm
 Kemble’s Kaskade  SAO 12969  Links von der Cassiopeia, eine gerade Linie von Sternen  f≥135mm
 The broken engagement ring  SAO 27788  Rechts von Merak (Beta UMa Kasten rechts unten)  f=135mm
 Kleiderbügel  5 Vul  8° südlich von Arbireo  f=135mm

Beispiele von Asterismen

Beispiel 1:  Die kleine Cassiopeia “Kemble 2”

Fotos vom 24.9.2017 in Hamburg mit GuideScope f=180mm  und Altair GP-CAM

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Beispiel 2: Little Orion

Fotos vom 29.8.2017 in Kollase – Sony NEX-5R mit Takumar 135mm (der helle Stern links vom Nordamerikanebel ist ξ Cyg)

Asterism "Little Orion" rechts vom Nordamerikanebel (NGC7000), also neben dem "Golf von Mexiko"

Asterism “Little Orion” rechts vom Nordamerikanebel (NGC7000), also neben dem “Golf von Mexiko”

Beispiel 3: Kemble’s Cascade

Fotos vom 13.11.2017 in Hamburg-Eimsbüttel – Sony NEX-5R mit Beroflex 300mm (Gesichtsfeld 4,5° x 3,0 °, Goto auf SAO 12969)

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Astrofotografie: Der Mond

Was gibt der Mond als Beobachtungsobjekt her?

Gehört zu: Astrofotografie

Siehe auch: Der Supermond

Vom Mond kan man beeindruckende Fotos machen, wobei man dafür aber schon etwas Brennweite braucht. Ein Teleobjektiv nit f=300mm geht so gerade, das LidlScope 70/700 wäre besser.

Ein besonderes Phänomen sind diverse Arten von Mondfinsternissen (siehe weiter unten).

Der Mond kann auch als Einstieg in die Planetenfotografie gesehen werden; soll heissen, man macht “Lucky Imaging” mit Videos und hat das Thema “Schärfen“….

Software

  • Virtual Moon Atlas: Zur Orientierung
  • AutoStakkert: Für “Lucky Imaging” d.h. Bearbeiten von AVI-Videos: Multi-Point-Alignment etc.
  • registax: Zum Schärfen
  • Super: Zum konvertieren von DLSR-Videos von MOV in uncompressed AVI

Einfache Fotos vom Mond

Beispiel 1: Skywatcher Explorer f=130mm

Für meine erste parallaktische Goto-Montierung (Celestron Advanced GT Montierung (CG5) ) hatte ich mir ein  kleines Newton-Spiegelteleskop   (Skywatcher Explorer-130PDS 130mm 650mm 5,1” f/5 Photo-Newton )  gekauft.

In Handeloh konnte ich damit am 21.8.2015 um 19:55 UT ganz kurz mit meiner Sony NEX-5R in der Fokalebene ein Foto vom Mond schiessen mit ISO 6400, Belichtung 1/1250 sec

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Foto 2: LidlScope f=700

Das Skywatcher-Teleskop 130PDS habe ich zurückgegeben, weil es zusammen mit der Montierung nicht so richtig funtionierte. Später habe ich mir dann doch ein gebrauchtes LidlScope (aus Spass) zugelegt. Am 10.3.2017 habe ich mit dem LidlScope Testfotos von meiner Terrasse in Hamburg-Eimsbüttel geschossen.   Sony NEX-5R fokal an LidlScope f=700mm:   xxx   iPhone 5S afokal an LidlScope f=700mm mit Meade 13,8mm Okular

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Mond, f=700mm

Das Skywatcher-Teleskop 130PDS habe ich zurückgegeben, weil es zusammen mit der Montierung nicht so richtig funtionierte. Ich wollte ersteinmal mit der Sony DLSR arbeiten. Später habe ich mir dann doch ein gebrauchtes LidlScope (aus Spass) zugelegt.

Foto 3: DLSR Teleobjektiv f=300mm

Ohne Teleskop, nur mit einem 300mm-Teleobjektiv geht es auch.

Am 11.3.2017 habe ich dieses Testfoto von meiner Terrasse in Hamburg-Eimsbüttel geschossen – Sony NEX-5R mit Zeiss Jena Sonnar f=300mm (fokal).

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Der Mond mit “Lucky Imaging”

Statt “Still Images” kann man ja auch kurze Videos aufnehmen und mal ausprobieren wie das vielgenante “Lucky Imaging” funktioniert. Als ersten Versuch habe ich mein iPhone benutzt. Das erste Problem ist dann das Video-Format. Die Videos werden nämlich als .MOV (also Quicktime) gespeichert. Die Software (z.B. avistack, autostakkert,…) möchte aber “uncompressed AVI” als Eingabe haben. Zum Konvertieren von Videos gibt es unendlich viel Software; ein Astro-Fan hat mir “SUPER” von eRightSoft empfohlen. Video konvertieren mit SUPER:

Wichtig ist, dass man beim Konvertieren mit SUPER als Video-Codec ‘uncompressed (raw)’ auswählt. Für das eigentliche Lucky Imaging zeigt AstroHardy auf einem YouTube-Video wie das genau geht. Youtube-Video   Mit autostakkert machen wir also folgende Schritte:

  1. AVI-Video laden
  2. Image Stabilization Anchor setzen (zum Vorzentrieren)
  3. Schaltfläche “Analyse”
  4. Prozentsatz der “guten” bestimmen und eingeben
  5. Alignment Points (AP) setzen
  6. Schaltfläche “Stack”

Ergebnis so drehen, dass Norden oben ist.

Foto 4: Lucky Image aus Video mit iPhone

Mein Erstlingswerk mit autostakkert (281 frames mit iPhone 5S afokal an LidlScope 70/700mm):   DK_20170310_1331.MOV_g4_ap189_conv_ROT

Aufgenommen am am 10.03.2017

Schärfen

AstroHardy empfiehlt, dass Schärfen (was bei Mond und Planeten ganz wichtig ist) nicht in autostakkert zu machen, sondern dafür registax zu benutzen:

  • YouTube registax: https://www.youtube.com/watch?v=XdA5l8OwOCU

Mondfinsternisse

Mondfinsternisse sind besonders spektakulär und können (ähnlich wie die Sonne) leicht beobachtet und fotografiert werden. Hierzu habe ich einen separaten Artikel geschrieben.

  • Halbschattenfinsternisse geben zum fotografieren nicht viel her.
  • Eine partielle Mondfinsternis ist gut zu fotografieren.
  • Eine totale Mondfinsternis ist gut zu fotografieren und ist auch sehr beeindruckend.

Wann sind die nächsten Mondfinsternisse?

Quelle: http://www.mondfinsternis.net/wann.htm

Partielle MoFi am 7.8.2017

Wenn der Mond am Abend des 07.08.2017 (ein Montag) um 18h 43m aufgeht, ist das Maximum dieser bescheidenen partiellen Finsternis bereits vorbei (18h 21m, 25%). Noch in der hellen bürgerlichen Dämmerung endet die Kernschattenphase (19h 19m). Doch bis dahin bieten sich reizvolle Fotomotive, wenn der “angeknabberte” Mond knapp über dem Horizont in der Gegendämmerung steht, die im angelsächsischen Raum als “Belt of Venus” (Gürtel der Venus) bezeichnet wird. Um in den Genuss dieses Schauspiels zu kommen, benötigen Sie unbedingt einen Standort mit freiem Blick zum Südost-Horizont, denn selbst am Sichtbarkeitsende der Halbschattenphase steht der Mond gerade einmal 10 Grad hoch.

Totale Mondfinsternis am 27.7.2018

Die Totale Mondfinsternis am 27.07.2018 gehört zweifelsohne zu den ganz großen astronomischen Ereignissen unserer Zeit. Mit einer Totalitätsdauer von 103 Minuten ist sie die lägste totale MoFi des 21. Jahrhunderts. Da der Mond in Mitteleuropa während der einleitenden partiellen Phase aufgeht, kann die Totalität am dunkelblauen Dämmerungshimmel in voller Länge verfolgt werden. Etwa 6 Grad unterhalb des Roten Mondes steht Mars, der Rote Planet. Wenn ein Planet sich in der Nähe des Vollmonds befindet, dann steht er zwangsläufig in Opposition zur Sonne und erreicht mithin seine maximale Helligkeit. Diese fällt bei Marsoppositionen wegen der stark schwankenden Abstände zur Erde sehr unterschiedlich aus. Am 27.07.2018 haben wir es mit einer außerordentlich günstigen Marsopposition zu tun; der Rote Planet erreicht mit -2.8 mag fast seine größte überhaupt mögliche Helligkeit und übertrifft sogar den Jupiter an Glanz. Da sich das gesamte Geschehen horizontnah in der Dämmerung abspielt, kommen auch Naturfotografen voll auf ihre Kosten. Selbst der Kalender meint es diesmal gut mit den Beobachtern, denn die Jahrhundert-Finsternis findet an einem Freitagabend statt.

Astrofotografie: ISS Internationale Raumstation

Die International Space Station (ISS)

Die ISS ist ein besonders interessantes Beobachtungsobjekt, weil sie ein recht großer (110m x 100m x 30m) Erdsatellit ist, der besonders leicht zu fotografieren ist und einige Besonderheiten mit sich bringt (z.B. Sonnentransits, Detailaufnahme wie bei Planeten).

Informationen zur Beobachtungszeiten findet man z.B. auf CalSky.

Mit dem Bau der ISS wurde 1998 begonnen. Seit dem 2. Nov. 2000 ist sie dauerhaft von Astronauten bewohnt.

Die Umlaufbahn hat die 400 km  Höhe und eine Neigung. von 51,6° gegen den Äquator. Die Umlaufzeit beträgt etwa 92 Minuten. Die scheinbare Helligkeit der ISS ist maximal -5 mag. Contine reading