Astrophotography: Dithering

Eine Empfehlung für Dithering

Tony Hallas sagte auf seinem Vortrag “DSLR Astrophotography” beim 1st Annual SCAE Imaging Symposium,
dass man Dithering verwenden sollte speziell wenn man DSLRs einsetzt, die Farbsprenkel produzieren (“color mottle is your number one enemy when you are using a DSLR”) und ja einen ungekühlten Sensor haben; d.h. Darks zu benutzen wird schwierig, da die Temperaturen kaum richtig passen werden.

Was ist Dithering?

Von einer Aufnahme zur nächsten eine kleine “zufällige” Bewegung um 2 oder 3 Sterndurchmesser.

Wie macht man Dithering?

Beim Dithering muss man unterscheiden, ob man Autoguiding einsetzt oder nicht, denn im Falle von Autoguiding muss der Leitstern  ja koordiniert werden mit der Dithering-Bewegung.

Beim Stacking werden mit Hilfe von “Sigma Clipping” die “zufälligen” Schmutzeffekte dann entfernt.

Man sagt, es werden mindestens 6 Einzelaufnahmen, besser 10 Einzelaufnahmen benötigt, damit dieses Dithering funktioniert.

Dithering mit APT – ohne Autoguiding

Im ersten Versuch mache ich es erst ein Mal ohne Autoguiding – nur mit APT das mit der Canon-Kamera und  mit meiner Montierung per ASCOM verbunden ist.

Beim Verbinden der Montierung  (“connect scope”) mit APT muss ich immer auf zwei wichtige Punkte achten:

  • die Nummer der COM-Schnittstelle muss korrekt angegeben werden
  • die Handbox der Montierung muss auf “PC Direct Mode” eingestellt sein

Wenn mann im APT auf die Schaltfläche “Connect Scope” ein “Shift-Click” macht, kann man eine Montierung auswählen per “ASCOM Telescope Chooser”:

APT_ConnectScope-01

Im ASCOM-Setup muss man dann als “Port” die COM-Schnittstelle auswählen, an der die Montierung hängt (z.B. per USB-Serielle-Adapter):

APT_ConnectScope-02

Um das APT-Dithering einzustellen müssen wir im APT auf den Reiter “Gear” und dann auf die Schaltfläche “GUIDE” gehen.
Der Hilfetext erklärt, was gleich passiert, wenn wir klicken:

APT_Dithering-01

Nun klicke ich auf die Schaltfläche “Guide” und das Fenster “Guiding Settings” öffnet sich, wo ich jetzt “Auto Dithering” auf “ON” schalte.

APT_Dithering-02

Wir geben nicht nur “Auto Dithering ON” ein, sondern insgesamt folgendes:

  • Auto Dithering:   ON
  • Guiding Program: APT Dithering   (oder: APT Pulse Dithering)
  • Dithering Distance:  5   (wieviel soll zwischen den Einzelaufnahmen bewegt werden – nicht zuviel, das kostet Zeit und die Montierung wackelt….)
    • Im Falle von APT Pulse Dithering ist das die maximale Pulslänge in Millisekunden in Hunderten. Z.B. 5 bedeutet also 500ms maximale Pulsdauer)
    • Im Falle von APT Dithering ist das duíe Angabe der Pixel um die maximal verschoben werden soll. APT rechnet das in Bogensekunden um und generiert einen entsprechenden GoTo-Befehl.
  • Dithering Settle Time:  15 Sekunden   (wir müssen ein wenig warten, damit die Montierung zur Ruhe kommt – sonste werden die Stern kleine Striche)
    • Nur wenn wir “APT Dithering” statt “APT Pulse Dithering” ausgewählt hatten

Wenn man alles eingegeben hat und dann auf OK klickt, sieht man dass die Beschriftung der Schaltfläche “Guide” sich auf “Guide [D]” geändert hat, um anzuzeigen, dass Dithering aktiv ist.

APT_Dithering-03

Dithering mit APT – mit Autoguiding (hier: PHD Guiding)

Wenn wir im APT Dithering mit Autoguiding machen wollen wollen, müssen wir das spezielle Autoguiding-Programm angeben.
Also:

  • Auto Dithering:   ON
  • Guiding program:  PHD Guiding (also nicht “APT Dithering”)

Im Auto Guiding Programm PHD Guiding müssen noch einige Einstellungen vorgenommen werden:

Menü -> Einstellungen -> PHD-Server aktivieren

Brain-Symbol -> Reiter “Global” -> Abschnitt “Dither Einstellungen”: Vergrößern = 1,0    (Faktor zum Multiplizieren der APT-Einstellung)

Software: Java

Was ist Java?

Java ist eine plattformunabhängige Programmiersprache, die auf den verschiedenen Plattformen durch eine virtuelle Java-Maschienen (Java Run Time Environment) interpretativ abläuft.

Java wurde ursprünglich (1995) von Sun Microsystems (Stanford University Network) entwickelt und später (2010) von Oracle aufgekauft.

Welche Applikationen benötigen Java?

Einige meiner Applikationen benötigen Java:

Woher bekomme ich die aktuelle Java-Version?

Z.B. auf der Heise-Website: https://www.heise.de/download/product/java-runtime-environment-jre-627

Java konfigurieren (Updates etc.)

Java Control Panel finden

–> Windows Systemsteuerung

–> Kategorie “Programme”

–> Java

 

Computer: PC-Sprechstunde

Fragestellungen in der Sprechstunde

Es gibt ganz elementare Fragen, die immer wieder bei der Nutzung eines Windows-Notebooks auftauchen:

  • Welche  Windows-Version bzw. Windows-Edition habe ich?   (Betriebssystem)
  • Welche Hardware habe ich (Hersteller, Modell,…) ?
  • Wie kann ich mein Touchpad an- und ausstellen?
  • Was bedeuten die verschiedenen Farben bei den USB-Anschlüssen?
  • Mein CCleaner hängt – wie löse ich das Problem?
  • Welchen Virenschutz soll ich nehmen?
  • Wie komme ich in den erweiterten / abgesicherten Modus?
  • Wie kann ich von CD/DVD/USB-Speicherstick “booten”?  (z.B. Notfallmedium)
  • Brauche ich eine lokale Suchmaschine (Desktop Suchmaschine)?
  • Wofür brauche ich den Adobe Flashplayer?
  • Soll ich immer auf die neuesten Updates gehen?
  • Wie mache ich eine vernünftige Datensicherung?

Contine reading

Astronomie: Meine Montierung Skywatcher HEQ5 Pro

Die Montierung Skywatcher HEQ5 Pro

Siehe auch:  Astrofotografie mit der SkyWatcher HEQ5 Pro

2017 bin ich nach langem Zögern von der  iOptron SmartEQ Pro auf eine gebrauchte SkyWatcher HEQ5 Pro umgestiegen.

Am 14.7.2017 habe ich eine gebrauchte HEQ5 Pro erstanden. Die HEQ5 Pro  ist eine sog. Synta-Montierung.

Im November 2018 ist diese Monzierung bei einem Sturm “zu Boden gegangen”; da habe ich mit eine neue Skywatcher HEQ5 Pro gegönnt.  Die Firmware-Version der Handbox war 04.39.04 und wurde von mir auf 04.39.05 upgedatet.

Bedienungsanleitung: “SkyWatcher-SkyScan_Anleitung-DE.pdf” (im Ordner “Gebrauchsanweisungen”)

Ausschlaggebend für meine Entscheidung war:

  • Die HEQ5 Pro ist etwas stabiler als die SmartEQ Pro
  • Die HEQ5 Pro verfügt über Schrittmotoren
  • Die HEQ5 Pro wird über den weitverbreiteten und sehr gelobten ASCOM-Treiber EQMOD gesteuert
  • Bei der Verwendung von PHD2 Guiding ist das sog. “Pulse Guiding” möglich
  • Die HEQ5 Pro hat weite Verbreitung und eine gute Community – gehört damit zum “Mainstream”

https://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p430_Skywatcher-HEQ-5-Pro-Synscan—GoTo-Montierung-bis-14kg.html

DK_20180124_2335 Skywatcher HEQ5 Pro

Syncscan Firmware

die Version der Syncscan Hand Control Firmware kann man sich anzeigenlassen mit:

Utility Function -> Show Information -> Version

Die wichtigsten Daten der HEQ5 Pro

Die SkyWatcher HEQ5 Pro ist wie folgt ausgestattet

  • Parallaktische Montierung
  • Zur Einnordung: Beleuchteter Polsucher (einfacher aber mit QHY PoleMaster)
  • Nachführung und GoTo mit zwei Schrittmotoren an Schnecke, R.A.-Zahnrad mit 144 Zähnen; d.h. 1400/144 = 10 Minuten Periode
  • Computergesteuerte GoTo-Funktion (Skywatcher SynScan GoTo Handsteuerbox V.4)
  • Handbox:
    • Die SynScan-Handbox wird über ein Spiralkabel mit RJ45-Steckern an beiden Seiten mit der Montierung verbunden (Verlängerung mit Ethernet RJ45 möglich)
    • Der andere Port an der SynScan-Handbox hat 6 Pins (RJ11) und dient der seriellen Verbindung mit Computer, GPS-Maus oder anderen Geräten
    • Display: Zwei Zeilen a 16 Zeichen, von hinten beleuchtet
    • Firmware updateable   (nur die Firmware der Handbox). Beim Kauf wurde die Version 03.37 angezeigt
  • ST4 Port für Autoguiding
  • Gewicht der Montierung: 10 kg
  • Gewicht des Stativs: 5 kg
  • Zwei Gegengewichte à 5,6 kg
  • Max. Zuladung laut Hersteller: 12 kg (ohne das Gegengewicht)
  • Alu-Transportkoffer für mobilen Einsatz
  • Externe Stromversorgung mit 12 V, die Montierung hat eine Buchse für einen 12V  Hohlstecker und benötigt kontinuierlich 2 Ampere – über Netzteil oder Akku….
  • Stromverbrauch für Nachführung: 6-7 Watt
  • Stromverbrauch für GoTo: xxxx
  • Computersteuerung über weitverbreiteten ASCOM-Treiber EQMOD

Externe Stromversorgung

Die HEQ5 Pro hat einen Anschluss für externe Stromversorgung. Dafür wird ein Akku oder ein Netzteil mit mit 12 V benötigt. Das Anschlusskabel benötigt einen Hohlstecker  (Innen=Plus, Außen=Minus) und muss einen Aussendurchmesser vom 5,6 mm haben.

Die Länge des Hohlsteckers ist kritisch: wenn der Stecker zu kurz ist, kann sich die Stromversorgung mitten während einer Beobachtung lösen und nicht nur die gerade laufende Aufnahme ist hin, sondern auch die Einnordung und das Star-Alignment muss wiederholt werden, da die Zero-Position durch das Einschalten des Stroms definiert wird.

Ich habe ein Akku-Kabel mit einer Steckerlänge von 10,9 mm. welches schön und sicher fest sitzt.

Ein Stecknetzteil (DVE  Switching Adapter Model DSA-12G-12 FEU 120120) hat nur einen Stecker der Länge 9,1 mm und machte im Felde große Probleme (spontates Lösen der Steckverbindung).

Ich habe jetzt ein besser geeignetes Stecknetzteil gekauft: “Mean Well SGA60E12-P1J” Dies liefert auch eine Spannung von 12V DC, hat aber einen etwas längeren Stecker namens “P1J” (11 mm lang, Durchmesser außen: 5,5 mm, Durchmesser innen 2,1 mm) und ist bis 5,0 Ampere belastbar – das ist also eine Leistung von 12v * 5 A = 60 Watt.

Ein Steckernetzteil ist natürlich super, wenn man eine Stromversorgung vor Ort am Beobachtungsplatz hat (z.B. in Handeloh und in Kiripotib). Für die volle Mobilität benötigt man jedoch eine ausreichend große Batterie, soll heissen einen  guten Akku.

Motorische Steuerung der Achsen

Ohne sonstige Raffinessen (s.u.) kann man die Achsen der HEQ5 Pro motorisch über die Tasten der Handbox bewegen. Nicht jeder kann sich (im Dunklen und in der Kälte) merken, welche Bewegung, welche Taste macht. Aber es ist doch relativ einfach (wie auf einer eingenordeten Sternkarte):

  • Links – Rechts: Stundenachse / Rektaszension
  • Oben – Unten: Deklination

HEQ5 Pro: Aufstellen und Einnorden (Polar Alignment)

Als erstes muss man das Ding aufstellen und die Stativbeine so einstellen, dass die Basis schön waagerecht ist.

Mit dem PoleMaster kann ich dann das Polar Alignment vornehmen. Dazu muss ich Polhöhe und Azumut feinfühlig verstellen können…

In der ersten “sternklaren” Nacht (soll heissen: Polaris war sichtbar) bin ich daran gescheitert, dass die Polhöhenverstellung an der HEQ5 blockierte und ich mich im Dunklen nicht getraut habe, die Okularkappe des Polfernrohr abzuschrauben – das Polfernrohr brauchte ich ja nicht, da ich den QHY PoleMaster zur Einnordung verwende.

Blockierte Polhöhenverstellung

DK_20171012_2141 HEQ5 Pro

Freie Polhöhenberstellung – nach Abschrauben des Deckels am Polfernrohr-Okular

DK_20171012_2142 HEQ5 Pro

HEQ5 Pro: Steuerung mit der SynScan Hand Control

Wenn alle Kabel eingesteckt sind, schalte ich an der Montierung den Strom ein.

Das Display der SynScan Handbox leuchtet und beginnt mit der Anzeige “Initializing…”

DK_20171012_2131 Handbox

Danach kommt eine langer Warnungstext, man solle nicht ungeschützt in die Sonne gucken. Diese sehr längliche Aussage kann man mit ENTER abbrechen…

DK_20171011_2114 Handbox

und schließlich die Anzeige der Firmware-Version 03.37

DK_20171012_2133

Ich kann sofort kontrollieren, ob die Motoren laufen, indem ich auf der Handbox die Richtungspfeile drücke:

  • Links – Rechts: Stundenachse / Rektaszension
  • Oben – Unten: Deklination

Nebenbei: Die Geschwindigkeit, mit der diese “Directions Keys” die Montierung bewegen wird durch Drücken der Zifferntaste “2” (beschriftet auch mit “Rate”) eingestellt.

Damit es  aber weiter geht, muss man ENTER drücken.

Nun muss man Stück für Stück seine “Settings” eingeben bzw. bestätigen und immer mit ENTER geht’s weiter.

  • Enter location…
  • Set Time Zone…
  • Set elevation…

Schließlich kommt die Anzeige “Begin alignment? 1)Yes, 2)No”

DK_20171011_2118 Handbox

Wenn man da “2” eingibt, kommt: “Choose Menu:  Setup > ” und man kann mit den unteren Pfeiltasten durch die obere Menü-Ebene blättern:

  • Setup
  • Utility Functions
  • Object List

Unter “Utility Functions” findet sich auch das ganz wichtige “Park scope” nach dem man dann den Strom abschalten darf.

Wenn man später doch mit dem Alignment loslegen will, muss man zurück in das “Setup” und dort den Unterpunkt “Alignment” auswählen….

DK_20171011_2123 Handbox

Was nicht so intuitiv ist:

  • Woran erkenne ich, dass die Nachführung läuft? und wenn nicht, wie schalte ich die Nachführung ein?

Wir starte ich eine Nachführung?

Im Setup Modus  auf den Menüpunkt “Set Tracking” gehen

Steuerung der Montierung über einen Windows-Computer

Ausser über die SynScan-Handbox kann die HEQ5 Pro auch über einen Windows-Computer mit geeigneter Software (z.B. Stellarium, Cartes du Ciel) gesteuert werden, was im Prinzip eine einfachere Bedienung und evtl. zusätzliche Möglichkeiten ermöglicht.  Dazu wird als Software ein ASCOM-Treiber benötigt und es muss eine geeignete technische Verbindung (s.u. serielles Kabel) zwischen Windows-Computer und Montierung hergestellt werden.

ASCOM-Treiber für die Montierung SkyWatcher HEQ5 Pro

Dazu habe ich einen separaten Artikel: Astrofotografie: ASCOM Platform, ASCOM-Treiber und EQMOD

Verbindung zwischen Notebook und Montierung

Es wird ein spezielles serielles Kabel von SkyWatcher benötigt, das auf der einen Seite in eine Buchse der SynScan-Handbox  gestöpselt wird und auf der anderen Seite mit einer seriellen Schnittstelle des Notebook verbunden wird. Dieses spezielle Kabel war Teil meines Gebrauchtkaufs der HEQ5 Pro.

DK_20180124_2334 Serielles Kabel

Foto: Dietrich Kracht

Wenn das Notebook keine serielle Schnittstelle hat, ist ein geeigneter Adapter (in der Regel USB auf seriell) erforderlich.

Dieses Teil konnte ich bei Teleskop-Express beziehen: LogiLink Konverter – Adapter USB auf RS232 seriell (Artikel-Nr. CE821035) Chipsatz: PL2303TA.

DK_20170522_1673 USB-Seriell Adapter

Foto: Dietrich Kracht

Dieses hervorragende Teil benötigt aber noch einen Windows-Treiber: Prolific PL2303

HEQ5 Pro Verbindung zu Planetarium-Software

HEQ5 Pro Verbindung zum Windows-Computer mit Cartes du Ciel

Stromversorgung an HEQ5 Pro anschalten (in Home Position)

Serielle Kabelverbindung zwischen Handbox und Computer herstellen.

Im Windows-Gerätemanager COM-Port feststellen

Auf der Handbox unter “Utility Functions” den “PC Direct Mode” einstellen

Cartes du Ciel (Version 4.1) starten

In Cartes du Ciel: Menü -> Teleskop -> Verbinden -> Auswählen -> Treiber Auswahl -> EQMOD ASCOM HEQ5/6 -> Properties -> COM-Port -> OK -> Verbinden (dann öffnet sich das Fenster EQMOD HEQ5/6 V 1.29a)

Schaltfläche “Verbinden”…

HEQ5 Pro Verbindung zum Windows-Computer mit Stellarium

Stromversorgung an HEQ5 Pro anschalten (in Home Position)

Serielle Kabelverbindung zwischen Handbox und Computer herstellen.

Im Windows-Gerätemanager COM-Port feststellen

Auf der Handbox “PC Direct Mode” einstellen

Stellarium starten…

 

 

Astronomie: Stellarium Horizontbild/Landschaft mit Panoramafoto – spherical

Der Horizont in Stellarium

Wie man in Stellarium eine Horizontlinie als Polygonzug einrichtet habe ich in meinem Hauptartikel über Stellarium bereits beschrieben. Eine Polygon-Linie ist eigentlich völlig ausreichend für die realistische Planung von astronomischen Beobachtungen. “Schicker” und eindrucksvoller ist es natürlich mit echten Fotos von der Horizontgegend. Das will ich hier mal im einzelnen beschreiben.

Basis der Beschreibungen ist die im Web vorhandene Dokumentation:

Schritt 1: Das Panoramabild erstellen

Ich mache eine Fotoserie mit meiner Digitalkamera wobei ich ein leichtes Weitwinkelobjektiv (f=24mm bei APS-C Sensor) verwende. Ich suche mir eine passenden Standort aus, wo ich den kompletten Horizont in 360 Grad mit Stativ als Panorama fotografieren kann. Die höchsten Objekte am Horizont, die ich noch haben will, müssen ins Gesichtsfeld (36° x 52°) passen.

Es ist gut, wenn man sich die genaue Ostrichtung am Horizont merkt, weil Stellarium das Horizontbild auf den Ost-Punkt ausrichtet. Man kann das aber später in der Datei “landscape.ini” noch genau austarieren.

Das Panoramafoto erstelle ich aus den Einzelfotos mit der Software “Microsoft ICE”.
Geronimo beschreibt diesen Vorgang mit der Software Hugin Panorama-Photo Stitcher.

Beispiel 1: So sieht mein 360°-Panoramabild vom Schlump aus:

DK_20171004_0006_stitch

Beispiel 2: 360°-Panoramabild von Handeloh:

20181005_121706_stitch

Schritt 2: Bildbearbeitung in GIMP

Zur Bildbearbeitung nehme ich das kostenfreie Software-Tool GIMP (ich habe Version 2.10.6).

Die Bildbearbeitung erfolgt in mehreren Teilschritten, wobei die enorme Größe meines Panoramabildes für GIMP wohl eine Herausforderung darstellt: einzelne Bearbeitungen dauern machmal sehr lange und manchmal stürzt GIMP auch ab. Deshalb bin ich dazu übergegangen, nach jedem Teilschritt das Zwischenergebnis in GIMP abzuspeichern.

Das mit ICE erstellte Panoramabild ist 16,6 MB groß. Wenn ich das in GIMP lade wird das erste GIMP-Zwischenbild 545,9 MB groß.

Vielleicht wäre es sinnvoller, als allererstes die Größe des Panoramabildes zu reduzieren: 2048 x 1024

Die ganze Bearbeitung in GIMP soll folgendes erreichen:

  • Der Himmel soll “entfernt” werden; d.h. transparent werden und die eigentliche Landschaft am Horizont soll bleiben.
  • Das Bild soll auf die von Stellarium erwartete Größe von 2048 x 1024 skaliert werden.
  • Oberhalb muss alles transparent sein
  • Unterhalb der schönen Horizontlandschaft muss das Bild mit horizontähnlichen Farben ausgefüllt werden

Die Verarbeitungsschritte in GIMP folgen der Anleitung von Geronimo, wobei ich teilweise eigene Tips und Anmerkungen dazu habe.

Schritt 2.1: Landschaft mit Ebenenmaske freistellen

1. Panoramabild in GIMP öffnen und Ebene erstellen

Rechtsklicken auf das Bild und im Kontextmenü <Ebene> – <Neu aus Sichtbarem> –
Im Folgenden bearbeiten wir nur diese neue Ebene und machen daraus eine Maske, die nur noch die eigentliche Landschaft durchlässt. Der Himmel darüber wird am Ende transparent gemacht; der Boden darunter wird am Ende “neutral” ausgemalt.

2. Zuerst wandeln wir die Farben in RGB-Graustufen um:

  • Rechtsklicken auf das Bild und im Kontextmenü <Farben> – <Entsättigen> – <Entsättigen> – <Helligkeit>
  • Achtung: Nach dem Klicken auf “OK” dauert es eine ganze Weile, bis die Entsättigung durch ist.

3. Himmel weiss & Landschaft schwarz:

  • Schwellwerte schwarz/weiss: Rechtsklicken auf das Bild und im Kontextmenü <Farben> – <Schwellwerte>. Dort den Schieberegler so einstellen, dass der Himmel durchgehend weiss wird und die Landschaft schwarz.
    Achtung: Jede Änderung des Schiebereglers bedeutet ein minutenlanges Neuberechnen des Bildes.
  • Damit wir eine saubere Maske bekommen nun noch im oberen Teil den Himmel mit dem Pinsel-Werkzeug in “weiss” korrigieren, da wo “Schwellwerte” es nicht ganz geschafft hat und im unteren Teil die Landschaft ggf. mit dem Pinselwerkzeug in “schwarz” korrigieren.

4. Nun die Landschaft (den schwarzen Bereich) transparent machen:

  • Rechtsklick auf das Bild und im Kontextmenü <Farben> – <Farbe nach Alpha> – Farbe (schwarz sollte schon ausgewählt sein) – <OK>.
    Nun wird langsam das Fotopanorama der Landschaft sichtbar – wie immer, dauert das ein Weilchen.
  • Nun alle Ebenen “nach unten” vereinen. Dazu Rechtsklick auf das Bild und im Kontextmenü <Ebene> – <nach unten vereinen> (oder: Menüleiste: Ebene -> nach unten vereinen)

Schritt 2.2 Himmel transparent machen

Im Werkzeugkasten das Werkzeug <Nach Farbe auswählen> wählen und auf den Himmel klicken. Alles was weiss ist, wird nun selektiert. Dann das Selektierte löschen mit Ctrl+X (dieses “Löschen” macht den Himmel transparent). Das Löschen eines großen Bereichs kann in GIMP eine ganze Weile dauern, man muss das geduldig abwarten…

Wenn bei <Nach Farbe auswählen> dummerweise noch Teile in der Landschaft selektiert wurden, weil sie auch weiss sind, muss man das korrigieren: Umschalten auf “Schnellmaske” (unten links im Bildfenster) und diese Auswahlen aufheben (d.h. schwarz malen).

Alternativ zu <Nach Farbe auswählen> kann man ggf. auch mit dem Werkzeug <Zauberstab> arbeiten. Damit bleibt man sicherer im Bereich des Himmels, muss es aber evtl. mehrfach machen.

Schritt 2.3 Bild für Stellarium skalieren

Stellarium erwartet ein Landscape-Bild in der Größe 2048 x 1024 mit 72 dpi. Deshalb:

  • das Bild jetzt entsprechend skalieren mit: <Bild> – <Bild scalieren> auf horizontal 2048 skalieren.
  • Dann ein Leerbild der richtigen Größe (2048 x 1024) erstellen
    • Leerbild: <Datei> – <Neu> – <Breite> = 2018, <Höhe> = 1024. Erweiterte Einstellungen: 72 dpi & Füllung = Transparenz, Schaltfläche “OK”
  • und “unser” Bild dahinein kopieren:
    • Hineinkopieren: <Fenster> – 1  – <Ctrl-C> – <Fenster> -2 – <Ctrl-V>

Achtung: Beim “Hineinkopieren” muss das Bild sehr feinfühlig vertikal geschoben werden, sodass der gedachte Horizont genau auf der Bildmitte (Pixel = 1024 / 2 = 512) sitzt.

Wahrscheinlich haben wir jetzt zwei Ebenen. Eine ist die “schwebende Auswahl”. Das muss mit dem Befehl “Ebene verankern” behoben werden. Erst danach kann die “normale” Bildbearbeitung weiter erfolgen.

Der untere Teil unseres Bildes soll nicht transparent sein (da sollen ja keine Sterne erscheinen). Dieser untere Teil des Bildes muss also mit Farbe ausgefüllt werden. Dabei sollten angrenzende Farben des Horizontpanoramas verwendet werden, denn diese werden in Stellarium möglicherweise sichtbar. Auch sollten die Farben eher dunkel sein, denn es ist ja der “unsichtbare” Teil des Grundes.

Zum Schluss das Bild als PNG exportieren (Menü -> Datei -> Exportieren…) und dabei einen “schönen” Namen vergeben, denn der Name wird in den Stellarium-INI-Dateien benutzt.

Schritt 3: Konfiguration für Stellarium

Zur Zeit (2018) benutze ich die Stellarium-Version  0.18.0. Um unser Horizontpanorama in Stellarium einzubinden, muss jetzt eine Datei mit dem Namen “landscape.ini” erstellt werden.

Inhalt der Datei landscape.ini

[landscape]
name = Name meiner Landschaft
author = Name des Erstellers
description = eine Beschreibung dieser Landschaft
type = spherical
maptex = Name der erstellten PNG-Datei  (s.o.)
angle_rotatez = -55
[location]
name = Hamburg-Schlump
planet = Earth
country = Germany
lattitude =
longitude =
alititude =

Die Südrichtung des Bildes kann über den Parameter “angle_rotatez=….” eingestellt werden.

Speicherort der Datei landscape.ini

Im Installationsordner von Stellarium befindet sich ein Unterordner names “landscapes”. Dort müssen wir einen Unterordner mit dem Namen unseres neuen Landscapes anlegen. In unserem Fall ist das: D:\bin\Stellarium\landscapes\eimsbuettel.

In diesen Ordner kopieren wir die erstellte Datei “landscape.ini” und die PNG-Datei.

Schritt 4: Aktivieren der Landschaft in Stellarium

Wir starten Stellarium und klicken in der linken Seitenleiste auf “Himmel- und Anzeigeoptionsfenster [F4]”.

Dort dann auf den Reiter “Landschaft” klicken und in der Liste links den Namen der gewünschten Landschaft auswählen.

Im unteren Bereich unter “Einstellungen” anhaken “Minimalhelligkeit” 0,20 – dann wird die Landschaft in der Nacht nicht auf vollkommen schwarz abgedunkelt, sondern bleibt ein wenig sichtbar.

Beispiel

Stellarium_Schlump

 

 

 

Astronomie Software: Canon EOS Utility & DPP

Canon Software

Nachdem ich eine Canon EOS 600D neu erworben hatte, stand die Namibia-Reise ins Haus. Also nahm ich gleich die “neue” Canon mit.
Bei meinem Aufenthalt auf Kiripotib hat mich Bernd Müller astronomisch betreut. Er machte mich auf die Canon-Software “EOS Utility” und “DPP” aufmerksam.

Canon liefert mit seinen EOS Kameras folgende (kostenlose) Software mit aus:

  • EOS Utility: Aufnahmen und Steuerung der Kamera über ein USB-Kabel
  • DPP Digital Photo Professional: Zur Bearbeitung und Verwaltung der Fotos (RAW = CR2 und JPEG)

Primär muss das EOS Utility installiert werden und konfiguriert werden.

Sehr häufig möchte man die mit EOS Utility aufgenommenen Fotos auf dem Notebook-Computer speichern und mit DPP bearbeiten. Deshalb sind im EOS Utility folgende Einstellungen erforderlich:

  • Voreinstellungen -> Zielordner -> hier einen sinnvollen Ordner einstellen, der auch in DPP eingestellt ist
  • Voreinstellungen -> Verknüpfte Software -> hier Dpp4.exe einstellen
  • Voreinstellungen -> Grundeinstellungen -> nicht anhaken “Schnellvorschau-Fenster automatisch anzeigen” (denn wir wollen ja statt dessen DPP automatisch aufrufen)

EOS Utility: Voreinstellungen

EOS_Utility_001

EOS Utility: Zielordner

EOS Utility: Zielordner

EOS Utility: Verknüpfte Software DPP

EOS Utility: Verknüpfte Software

EOS Utility: Schnellvorschau ausschalten

EOS Utility: Schnellvorschau ausschalten