Astrofotografie: Platesolving mit ASTAP

Gehört zu: Plate Solving, Astronomie: Software-Liste
Siehe auch: Welche Sterne sind auf meinem Foto?

Die Software “ASTAP”

Die zweite Software, die ich zum Plate Solving benutze, ist “ASTAP” (Bestandteil von N.I.N.A.). ASTAP kann auch “stand alone”, verwendet werden. Die Bildquellen können ganz einfach JPG-Bilder oder FITS-Bilder sein, die irgendwo auf dem Notebook liegen (also keine Kamera, kein ASCOM, kein garnichts, einfach “Stand Alone”).

Das Plate Solving mit ASTAP leistet “near solving”, was die Angabe eines “ungefähren” Ausgangspunkts (R.A. und Dekl.) sowie die Angabe der  Bildgröße (Bildhöhe) in Grad  ( verlangt. Ebenfalls ist ein “blind solving” mit ASTAP möglich. Dafür ist die Angabe von Pixelsize und Focal Length erforderlich.

Als Ergebnis des Solven werden die Koordinaten des Bildmittelpunkts, der Drehwinkel und der Abbildungsmaßstab bzw. das Gesichtsfeld (FoV) ermittelt.

Bezugsquelle

https://www.hnsky.org/astap.htm

Copyright (C) 2018, 2019 by Han Kleijn, www.hnsky.org.

  • ASTAP Version 0.9.275 (stand alone version)
  • Index Files

Kompatibilität mit PlateSolve2

Wenn man das EXE-File umbenennt in “Platesolve2.exe” kann man ASTAP identisch verwenden. Also:

  • PlateSolve2 mit APT
  • PlateSolve2 mit SGP
  • PlateSolve2 mt XYZ

Installation von ASTAP

ASTAP installiert man, indem man das Setup-Programm astap_setup.exe ausführt. Das ausführbare Programm ist dann “D:\bin\astap\astap.exe”.

Automatisch werden bei der Installation auch das Utility DCRAW.exe und die Index-Files in den Ordner “D:\bin\astap” kopiert.

Bildbeschreibung: ASTAP Setup

ASTAP_Setup_01.jpg

ASTAP Setup

Andere Stern-Kataloge?

Gibt es noch andere Stern-Kataloge als die mit gelieferten???

Erste Schritte zum Plate Solving mit ASTAP

Dann kann’s losgehen: Ich nehme (Menü -> File -> Load FITS or other format) ein vorhandenes Astrofoto: DK_20170708_01380.jpg, das ich am 8. Juli 2017 mit der Sony NEX-5R und einem 135mm Objektiv aufgenommen habe.

Dieses Foto wird zunächst in den sog. “Viewer” geladen – das kann einen Moment dauern.

ASTAP_Load_01

Um die Parameter für das Plate Solving einmal einzustellen, klicken wir auf die Schaltfläche mit dem Symbol “Großes Sigma”. Dadurch öffnet sich ein neues Dialogfeld wo wir auf den Reiter “Alignment” gehen:

ASTAP_Alignment_01

Hier gibt es jetzt vier Möglichkeiten (Radio Buttons), das “Alignment” durchzuführen:

  • Star Alignment
  • Astrometric Alignment
  • Use local Astrometry.net
  • Manual, one star

Wir probieren mal das “Astrometric Alignment” aus.

Dazu müssen wir angeben:

  • die “Field height image in Grad” angeben. also im Beispiel 6,6 Grad
  • die ungefähre Rektaszension (alpha) und Deklination (delta) – da wir hier ein “Near Solving” haben. Also: Alpha = 20h 51m, Delta = 46° 13′

Danach klicken wir ganz rechts auf die Schaltfläche “Solve current image”

ASTAP_Alignment_02

Und nach ganz kurzer Zeit erhält man das Ergebnis:

ASTAP_Alignment_03

Weitere Funktionen von ASTAP

  • Die Stand Alone Version selbst hat keine ASCOM Funktionen (z.B. Steuerung von Kameras und Montierungen).
  • Integration in Host-Software wie APT, SGP etc.
  • Nur in den eingebauten Versionen (z.B. Host-Software APT oder N.I.N.A.) werden Plate-Solving-Ergebnisse an die Host-Software zurückgegeben und können dort zeitnah weiterverwendet werden; z.B. zum genaueren Positionieren des Bildausschnitts (sog. “Framing”).

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Dies stammt aus dem Artikel über Platesolve2:

  • Gesichtsfeld ca. 9,9° x 6,6°
  • Bildmitte ca. 20h 51m, +46° 13′
PlateSolve2-01.jpg

Platesolve2-01: Plate Match Found

Bei den “Starting Parameters” muss das Gesichtsfeld (hier: 9×6 degrees) eingetragen werden.
Meine Astrofotos werden meist nach 5 bis 10 Sekunden “gesolved” d.h. Rektaszension und Deklination des Bildmittelpunkts sowie der Drehwinkel gegen die Nordrichtung werden angzeigt.

Edit Parameters

Hier gebe ich an, ob als Katalog der APM oder der UCAC3 benutzt werden soll und das dazu geltende Äquinoktikum (J2000).

Da bei Digitalkameras Sterne oft etwas gößere “Bobbels” werden, stelle ich die “Max Star Size” von 6 auf 12 hoch. Wenn dann andere Objekte als Sterne erkannt werden, war der Wert zu groß.

Die “Detection Threshold” sorgt dafür, das Rausch-Artefakte nicht als ganz schwache Sterne missverstanden werden. Da meine Digitalkamera deutlich rauscht, stelle ich den Wert von 6 auf 8 hoch. Dadurch werden weniger Sterne erkannt. Wenn es zu wenig werden, hat man den Wert zu groß eingestellt.

Wenn ich einen Haken bei “Highest Accuracy Plate Solution” setze, stürzt der PlateSolve2 ab.

Auch die Default Location (geografische Breite und Länge) des Beobachtungsorts können hier angegeben werden.

PlateSolve2-02.jpg

Platesolve2-02: Parameters

Was kann ich damit anfangen?

  1. Als unmittelbares Ergebnis des Plate Solving bekomme ich angezeigt:
    1. Koordinaten des Bildmittelpunkts (R.A. und Dekl.)
    2. Pixel Size
    3. Drehwinkel
    4. Gesichtsfeld 9,97° x 6,62°
    5. Anzahl der gefundenen Sterne: 12 (die haben auf dem Bild einen kleinen Kreis)
    6. Wurzel aus der Summe der quadratischen Abweichungen (RMS): 2.022″
  2. Wenn ich auf die Schaltfläche “Show Image” drücke, kann das Bild mit gewissen Zusatzinformationen betrachtet werden.
    1. Ich kann mit der Maus über das Bild fahren und sehe unten die Koordinaten
    2. Ich kann mir die im Bild erkannten Sterne als Kreuze (waagerecht/senkrecht) anzeigen lassen
    3. Ich kann die benutzen Katalog-Sterne als Kreuze (45°) anzeigen lassen
    4. Ich kann mir die “gematchten” Sterne mit kleinen Kreisen anzeigen lassen
PlateSolve2-03.jpg

Platesolve2-03: Show Image