Astrofotografie: Kometen

Beobachtungsobjekte

Unter allen Beobachtungsobjekten ist ein Komet, wenn er schön eindrucksvoll sein soll, schwer vorherzusagen. Was habe ich bisher geschafft?

Historie meiner Kometenbeobachtungen

Ich habe in meiner Jugend mal den Kometen Burnham 1959k (C/1959 Y1) von Bremen aus fotografiert. Das Foto ist aber verschollen. Der Komet stand damals im UMi, glaube ich. Wir hatten länger belichtet und per Hand auf den Kometen nachgeführt. Die Sterne wurden dann kleine Striche.

Später am 24. März 2013 habe ich dann mal den Versuch gemacht, einen Kometen über der Hamburger Aussenalster zu fotografieren. Das müsste C/2011 L4 (Panstarrs) gewesen sein. Da war ich noch ganz am Anfang meiner wiederaufgenommenen amateurastronomischen Bemühungen und hatte keine Ahnung, wie ich ein nicht mit blossem Auge sichtbares Objekt fotografieren sollte.

Am 17. Jan 2016 habe ich dann einen weiteren Versuch gemacht, einen Kometen zu fotografieren.  Das war der Komet Catalina C/2013 (von meiner Terrasse in Eimsbüttel).

Für das Jahre 2017 hatte ich mir vorgenommen, irgendeinen Kometen mal endlich “systematisch” abzulichten. Die Wetterbedingungen und die persönliche Energie führten dazu, dass es fast zu spät wurde im ersten Halbjahr 2017. Ein Kollege zeigte mir am 21. Mai 2017 sein gelungenes Foto von C/2015 V2 (Johnson), was mich erneut motivierte. es auch einmal zu probieren.

Aktuelle Kometenbeobachtungen

C/2015 V2 (Johnson)

Am 18. Juni 2017 war es dann soweit. Die Wettervorhersage prognostizierte eine sternklare Nacht. Allerdings hatten wir hier in Hamburg schon die “weißen Nächte”; d.h. es wurde in der Nacht nicht richtig dunkel. Die nautische Dämmerung (-12°) sollte um 00:22 Uhr enden, aber die astronomische Dämmerung  (-18°) sollte erst wieder am 30. Juli enden und dann erst eine wirklich dunkle Nacht bescheren. So lange wollte ich aber nicht warten.

Beobachtungsplanung C/2015 V2 (Johnson)

Die Beobachtungsplanung mit Stellarium ergab folgendes:

  • Ort: Handeloh   53° 14′ 06,4″ N, 09° 49′ 46,6″ E
  • Zeit: ab 00:20 Uhr
    • Sonne: Nautische Dämmerung   (h = -12° 14′)
    • Mond:  h = -18°,  Phase= 0,34 abnehmend
    • Komet: h = +30°,  mag = 6,80
  • Montierung: SmartEQ Pro   mit Stromversorgung
  • Kamera: Sony NEX-5R, IR-Fernauslöser, mit Objektiv Takumar 133mm FoV 6°x9°
  • Computer: Windows-Notebook, iPad, iPhone
  • Koordinaten des Kometen (für Goto):    14:19:42, +02:53:47     (sagte Stellarium am 17.6.2017)

Beobachtungsprotokoll

  • Montierung aufgestellt, mit Wasserwaage nivelliert.
  • Einnordung mit QHY PoleMaster   (30″ genau)
  • Fokussierung Kamera
  • 1-Star-Alignment auf Arkturus
  • Goto Komet   (Abweichung 10′)
  • Probefoto: ISO 3200, 30 Sekunden, f/3.5:   zu hell
  • Himmelshelligkeit  SQM-L  20,1 mag/arcsec²
  • Belichtungsserie: 40 x 15 Sekunden – Komet als schwacher Lichtfleck in der Mitte erahnbar
  • Dunkelbilder: 10 x 15 Sekunden

Bildbearbeitung

  • Plate Solving mit ASPS: Positionierungsgenauigkeit: 10′,  Dokumentation in Excel
  • Stacking: DSS Ergebnis als FITS speichern
    • Die Lightframes: 012277-01244 hatten einen Score von um die 800, während die 01245-1265 eine Score von mehr als 3000 haben.
  • Fitswork: Stacking-Ränder beschneiden, Vignettierung entfernen, Himmelshintergrund neutrale Farbe, speichern als 16-Bit-TIFF
  • Gimp:  Stretchen
  • Flats: gleiche Blende, am besten gleich nach den Lights wegen der aktuellen Lage der Staubkörner,… gleiches ISO, T-Shirt vor Lichtquelle (z.B. Notebook-Display)