Astrofotografie und DeepSkyStacker DSS

Warum DeepSkyStacker?

Gehört zu: Liste meiner Software zur Astrofotografie

Siehe auch: Bildbearbeitung

Die kostenfreie Software DeepSkyStacker “DSS” ist die beliebteste Software zum “Stacken” einzelner Astro-Bilder.

Bezugsquelle: http://deepskystacker.free.fr/german/

Version:  4.1.1  (Okt. 2018)

Stacken bedeutet, dass man mehrere Bilder von seinem Himmelsobjekt macht (mit unveränderter Einstellung und aktivierter Nachführung). Diese Bilder werden an per Software (z.B. DSS) übereinandergelegt (= “gestackt”), wobei Addition oder Mittelwert zum gleichen Ergebnis führen. Intuitiv denkt man vielleicht, man sammelt mehr Licht, in Wirklichkeit ist es das Hintergrundrauschen was gemittelt wird und so gedämpft wird.

Ausser Deep Sky Stacker kann man auch andere Software zum Stacken verwenden; z.B.

Genereller Ablauf der Astrofotografie

  • Planung einer Fotoserie
  • Aufnahme einer Fotoserie z.B. mit APT
  • Stacken der Einzelfotos z.B. mit Deep Sky Stacker (das behandeln wir in diesem Artikel)
  • Erste Bearbeitung z.B. in Fitswork
  • Weitere Fein-Bearbeitung z.B. in GIMP oder Photoshop
  • Dokumentation & Lessons Learned

Stacken mit DSS

Ablauf des Stackens mit DSS

  1. Lightframes öffnen
  2. Alle auswählen
  3. Ausgewählte Bilder registrieren; dabei beachten:
    • Registrierungseinstellungen -> Erweitert: Der Sternerkennungsschwellwert sollte so gesetzt werden das ca. 200 Sterne erkannt werden – nicht weniger.
    • Registrierungseinstellungen -> Aktionen: Wählen Sie die besten 100% Bilder zum Stacken aus (die schlechteren Bilder schon im Vorwege aussortieren).
  4. Beim Registrieren wird ein sog. “Score” berechnet. Evtl. sollte man “schlechte Einzelbilder” dann ausschließen…   (im Beispiel: L_245)
  5. Möglichst auch Darkframes (gleiche Belichtungszeit, gleiche Temperatur) registrieren (s.u.)
  6. Ausgewählte Bilder Stacken
    • Stacking-Parameter ->  Light: Durchschnitt oder “Auto Adaptive-Weighted Average”, wenn die Sterne nicht ganz rund sind.

DSS Lightframes registrieren und nach Score auswählen zum Stacken

Picture 1: DSS Score of the Lightframes

Das Foto L_0245 ist nach genauer Einzelbetrachtung in der Tat schlecht und wird deswegen nicht mit ausgewählt.

DSS Optionen – Einstellungen – Raw/FITS Einstellungen

Bei astro-modifizierter DSLR den Rot-Kanal reduzieren.

Picture 2: DSS Options for astro-modified DSLR

Darkframes – Dunkelbildabzug

Beim Stacken von Astrofotos soll man ja viele Einzelbilder (Subs, Frames,..) machen und die dann per Software übereinander legen “stacken”. Ich habe als Beispiel mit meiner Canon EOS 600D einmal 9 Einzelbilder von M31 gemacht, wobei jedes Einzelbild 300 Sekunden belichtet wurde. Das macht eine Gesamtbelichtungszeit “Integrationszeit” von 45  Minuten. Diese Einzelbilder nennt man im Jargon auch “Lightframes”.

Zusätzlich soll man nun noch sog. “Darkframes” machen. Dabei soll die Objektivkappe geschlossen sein aber die Belichtungszeit und die Sensortemperatur identisch wie bei den Lightframes sein. Darkframes enthalten so nur noch evtl. vorhandene “Hotpixel” und das thermische Rauschen des Bildsensors bei der betreffenden Temperatur.

Das zusätzliche Anfertigen solcher Darkframes wird gerne unterlassen, weil es ja beträchtliche Zeit kostet, wenn man eigentlich schon “fertig” ist. Ob so ein Dunkelbildabzug eine wirkliche Verbesserung ist, wollte ich mal genau herausfinden mit diesem Experiment:

DSLR: ISO800, 9×300 sec -ohne Dunkelbildabzug

DSLR: ISO800, 9×300 sec – mit Dunkelbildabzug

Das Experiment zeigt deutlich zwei Verbesserungen durch Dunkelbildabzug:

  • Hotpixel werden eliminiert
  • Das Rauschen wird vermindert

Auf dem Bild sehen wir noch gut Sterne bei 16,4 mag (z.B. Stern 3UC265-006326).

Das linke Bild heisst: Autosave_lights_only-2.jpg, das rechte Bild heisst: Autosave_lights-darks_2.jpg