Astrofotografie: Meine persönliche astronomische Timeline

Gehört zu: Astronomie

Meine Entwicklung in der Astronomie

1957/69: Schulzeit und mehr

Im Jahre 1957 gab es die Sensation: Die ersten Erdsatelliten Sputnik 1 und Sputnik 2 wurden gestartet. Den Sputnik 2 konnte ich im November 1957 mehrmals über den Himmel ziehen sehen.

Als Schüler in Bremen besuchte ich regelmäßig die Veranstaltungen der dortigen “Olbers-Gesellschaft”. Das waren regelmäßige Abende im Planetarium, Beobachtungsabende mit den Instrumenten der Olbersgesellschaft auf der Terrasse der Seefahrtsschule und sog. Hauptvorträge. Ich konnte auch den Umzug  der alten Seefahrtsschule von der Schule in der Elsflether Str. im Jahre 1958 in die neu gebaute Seefahrtsschule an der Werderstr. mitmachen.

Meinen Bruder Rainer hatte ich wohl auch astronomisch “infiziert”. Er ging unter die Spiegelschleifer und baute sich einen eigenen Newton-Reflektor, der im Garten der Karl-Lerbs-Strasse seine Aufstellung fand.

Zusammen mit Schulfreunden (Hajo, Peter) sparten wir auf ein kleines Teleskop, das E68 von Kosmos. Das E68 wurde schießlich auf einer Parzelle im Henriettenweg auf einer gemauerten Säule aufgestellt. Dort konnten wir 1960 den Kometen Burnham C/1959 Y1 mit händisch durchgeführter Nachführung im Sternbild UMi ablichten. Auch gelangen uns von der Parzelle aus später zahlreiche Fotos vom Erdsatelliten Echo 2, der 1964 gestartet wurde.

Im Februar 1961 nahmen Hajo und ich an einer sog. “Expedition” zur Totalen Sonnenfinsternis auf der Insel Brac im damaligen Jugoslawien teil, wo wir mit dem E68 schöne Fotos von der Sonnenfinsternis machen konnten.

Nach dem Abitur 1963 studierte ich in Hamburg Mathematik und Astronomie, wobei ich ab und zu noch von der Parzelle am Heriettenweg zusammen mit Hajo amateurhafte Astronomie betreiben konnte.

Später nach dem Studienabschluss 1969 habe ich mich nur noch dem Berufsleben gewidmet und die astronomischen Aktivitäten blieben ganz auf Null.

1975 konnte ich einen kurzen Blick auf die Nova Cygni erhaschen.

2009: Erste Versuche mit der DSLR Panasonic Lumix

Im Jahre 2009 kaufte ich eine DSLR Panasonic Lumix DMC-FZ28 für meine erste Reise nach Afrika mit dem Rovos Train “Pride of Africa“.
Am 9.10.2009 konnte ich einen ersten zaghaften Versuch zur Astrofotografie aus dem in Kisaki, Tansania, stehenden Zug machen. Das Wide Field zeigte Atair, den Delphin und Jupiter.

Wenn man schon in Südafrika ist, denkt ein astronomisch vorbelasteter Mensch doch gleich an das Kreuz des Südens und die Magellanschen Wolken.  Die (mindestens) wollte ich fotografisch festhalten.

Bei Astrofotografie war schnell eine Nachführung erforderlich. Das sollte als leichte Lösung für die Reise in ferne Länder der NanoTracker sein (2012).

Die erste Golfreise nach Südafrika war in 2/2012 (Franschhoek, Phantom Forest, Shamwari, Oceana, Kapstadt,…).
In Franschhoek fragte mich Hermann, mein Golflehrer aus Paarl, auch schon nach dem Kreuz des Südens, was mir selbst zu dem Zeitpunkt noch nicht sehr vertraut war.
In Phantom Forest machte ich erste Versuche den Südhimmel zu fotografieren. Am 12.2.2012 zeigte ein erstes Astrofoto von Atlantic Beach aus: Sirius, Canopus und ganz schwach die LMC.
Von Tschukudu aus gelang mir am 15.2.2012 ein erstes Foto des “Kreuz des Südens” mit der Panasonic Lumix, wobei mir zwei englische Gäste erst zeigen mussten, wie ich mit Hilfe der sog. “Pointer Stars” das Kreuz des Südens am Sternenhimmel finden kann.

Da ich nun mit der Panasonic Lumix eine schöne DSLR hatte, besann ich mich vorsichtig auf meine astronomischen “Wurzeln”. Im klirrenden Winter (März 2013) versuchte ich über die Hamburger Aussenalster, mit Blickrichtung Westen den Kometen C/2011 L4 Panstarrs zu erhaschen…

2014: Wechselobjektive mit der DSLR Sony NEX-5R

Später (01/2014) habe ich auf eine Sony NEX-5R “aufgerüstet”, weil die Wechselobjektive und WLAN hatte.

Den NanoTracker und die neue Sony NEX-5R konnte ich dann am 1.3.2014 (zweite Golfreise nach Südafrika: Sun City, Entabeni, Buhala, Durban) in Trafalgar einsetzen um die Grosse Magellansche Wolke zu fotografieren. Beim Stacken der Einzelbilder hat mir später mein Bruder Rainer geholfen.

Ich begann auch, mich nach geeigneten Beobachtungsorten im Hamburger Umfeld, mit etwas weniger Lichtverschmutzung und einem freieren Blick auf den Horizont umzusehen. Zunächst kam ich auf das Niendorfer Gehege, später fuhr ich Autobahnparkplätze an der A23 und an der A24 ab z.B. Blievensdorf. Auch Fahrten nach Gülpe zum WHAT (Westhavelländer Astro-Treffen) und zum Örtchen Kollase in der Göhrde habe ich probiert. Am Ende habe ich mich für Handeloh (GvA ASW) als “dunkleren” Ort und meine heimische Terrasse als “bequemen” Ort entschieden.

Im Mai 2014 beendete ich, 70 Jahre alt,  meine Tätigkeit als Angestellter bei der Firma Gartner.

Im November 2014 konnte ich endlich das Polarlicht beobachten und fotografieren. Dazu habe ich es mir sehr bequem gemacht und das Ganze aus einem Flugzeug über Island gemacht. Als Kamera habe ich meine Sony NEX-5R verwendet, für die ich eigens ein neues Objektiv gekauft hatte, ein Vivitar 24mm, genannt “Lichtriese”.

Im Mai 2015 bin ich in den lokalen Astro-Club “GvA” im Hamburg eingetreten.

Im Sommer 2015 begann ich erste Kontakte zu kleinen freiberuflichen Projekten im Bereich Websites und WordPress zu spinnen.

Zum ernsthaften Einstieg in die Astrofotografie habe ich mir dann in 6/2015 eine motorisierte Goto-Montierung, die Celestron Advanced GT gebraucht gegönnt – ohne Teleskop, nur für DSLR..

Dann gab es die Perseiden-Nacht am 12.8.2015 wo ich eine Stunde lang mit der Sony NEX-5R vom Autobahn Parkplatz Steinburg an der A23 Sternschnuppen (wide field) fotografieren konnte.

In 2015/2016 habe ich nocheinmal als Freiberufler drei Tage die Woche in Frankfurt gearbeitet, wo ich viel mit “agilen Vorgehensweisen bei IT-Projekten” zu tun hatte.

Im Februar 2016 (dritte Golfreise nach Südafrika: Langebaan, Kagga Kamma, Hermanus, Kapstadt) in Kagga Kamma kam die Sony NEX-5R auf dem Nano Tracker erneut zum Einsatz.

Mit den Erfahrungen mit der Celestron-Montierung habe ich mir etwas systematischer meine Anforderungen an eine mobile Montierung überlegt und schliesslich in 04/2016 eine Montierung SmartEQ Pro von iOptron gekauft.

So konnte ich sehr schön mit er DSLR fotografieren mit Goto und Nachführung – super. Aber der Gedanke an ein “richtiges” Teleskop spukte in meinem Kopf herum. Ich wollte aber ganz rational ersteinmal mit DSLRs den Einsteig weitertreiben. Als Überbrückung musste dann in 6/2016 ein gebrauchtes LidlScope her.

2017: Der Mainstream mit HEQ5 Pro und Canon EOS 600Da

Da ich keinen festen Ort für meine Montierung habe, muss ich meine mobile Montierung (SmartEQ Pro und bald später dann die HEQ5 Pro) ja jedesmal, wenn ich sie neu aufstelle, gut einnorden. Das ist mit den “Bordmitteln” eines eingebauten Polfernrohrs recht mühseelig. Deshalb habe ich mir im Februar 2017 den QHY Polemaster zugelegt. Das hat super-gut funktioniert, nur war die Polemaster etwas teuer und machte nur ein “manuelles” Platesolving.

Bei meinen Astro-Kollegen in Hamburg hörte ich immer wieder “EQMOD” und auch hörte ich vom Pulse Guiding und Stepper-Motoren; da ergab sich die Möglichkeit eine gebrauchte Montierung Skywatcher HEQ5 Pro (7/2017) zu erwerben. Im Nachgang kam dann aus der gleichen Quelle eine DSLR Canon EOS 600Da. Damit wollte ich mich weiter auf den Mainstream (iOptron und Sony wurden von meinen Kollegen als “Exoten” bezeichnet) zu bewegen.

Die Canon EOS 600 Da konnte ich dann gleich bei meinem ersten Schnupper-Aufenthalt in Namibia im September 2017 weiter erproben. Da habe ich den Südhimmel erst richtig kennengelernt. Unter anderem konnte ich erstmals den Erdschattenbogen beobachten und fotografieren. Auch machte ich meine ersten Schritte, die DSLR vom Windows-Computer aus zu steuern; wozu als erstes die Canon-Software Digital Photo Professional (DPP) zum Einsatz kam und ich später auf die Software APT umgeschwenkt bin.

Nach diesen Erfahrungen mit “richtigen” Teleskopen war es dann bei mir auch so weit. Ich schaffte mir im November 2017 einen kleinen gebrauchten Refraktor “Orion ED80/600”  (genannt “Volks-APO)”) an.

Die Einnordung mit Fotostativ, Neiger und NanoTracker war doch ewas hackelig. Damit das Einstellen der Pohlhöhe sanfter und besser funktioniert, habe ich mir dafür eine Star Adventurer “Wedge” in Seevetal gekauft.

Für die kleine mobile Astrofotografie mit DSLR und eher wide-field habe ich dann noch den zur Wedge (s.o.) passenden Tracker im Mai 2018 gekauft den: Star Adventurer Mini (“SAM”).

Im Juni 2018 ging’s dann erneut nach Namibia; diesmal eine ganze Neumond-Periode als verantworlicher Astro-Betreuer auf Kiripotib. Dort konnte ich erstmals auch das Zodiakallicht fotografieren und auch der QHY Polmaster konnte sich auf der Südhalbkugel erfolgreich zum “Einsüden” bewähren. Der Astro-Gast Frank gabe mir noch den Tipp, die Polhöhe mit einem digitalen Neigungsmesser im Vorwege einzustellen.

2019: Der Beobachtungsplatz Hamburg-Eimsbüttel

Meine Montierung HEQ5 Pro mit dem Teleskop ED80/600 und der Kamera baue ich gerne auf meiner Terrasse in Hamburg-Eimsbüttel auf; möchte dann aber die weitere Bedienung “remote” d.h. nicht direkt am Gerät sondern etwas entfernt vornehmen z.B. vom warmen Wohnzimmer aus. Es verfestigte sich die Entscheidung, die heimische Terrasse in Hamburg-Eimsbüttel als Haupt-Beobachtungsplatz zu definieren. Einmal im Jahr Namibia und für besondere Anlässe vielleicht mal Handeloh.

Um der Lichtverschmutzung in Hamburg Paroli zu bieten, hiess es viel länger zu belichten und ggf. Narrowband-Filter zu verwenden.

Im August und September dann wieder Namibia. Hier habe ich gelernt, länger zu belichten (3-5 Minuten) und das Autoguiding konsquent einzuetzen.

2020 Die Optimierung: Dedizierte Astro-Cam, Tri-Narrowband-Filter, Polar Alignment mit Sharpcap

Nachdem ich die Möglichkeiten von DSLRs ausgiebig erkundet hatte, wollte ich nun den Schritt zu einer sog. dedizierten Astro-Kamera machen. Ich habe im Januar 2020 eine ZWO ASI294MC Pro gebraucht erstanden. Der Sensor ist zwar etwas kleiner als APS-C aber der Vorteil ist die geregelte aktive Kühlung. Da ich ein bequemer Astro bin, habe ich mich für eine Farbkamera (“OSC”) entschieden, denn die Fummelei mit Filterrädern brauche ich nicht.

Bei der Polausrichtung bin ich jetzt auf SharpCap Pro umgestiegen, weil dort ein echtes Platesolving gemacht wird und weil ich es mit der vorhandenen Guiding-Ausrüstung machen kann; also ohne zusätzliche Teile.

Im Sommer 2020, mitten in der Zeit des Corona-Viruses, kam dann endlich ein Komet mit Schweif: NEOWISE, den ich zu mitternächtlicher Stunde vom Fußballplatz an der Gustav-Falke-Strasse aus fotografieren konnte.

Den bereits in 2019 angeschafften Tri-Narrowband-Filter habe ich jetzt einmal ernsthaft erprobt und eine schöne Aufnahme aus dem lichtverschmutzten Eimsbüttel vom Pacman-Nebel gemacht.

Weitere Entwicklungsstränge

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