Astronomie: Planen mit der ASIAIR Plus

Gehört zu: ASIAIR Plus
Siehe auch: Meine Beobachtungsobjekte, Fokussieren der ASIAIR, Stacken mit der ASIAIR
Stand: 22.4.2026

Meine Schritte zum Aufnehmen einer Foto-Serie (Sequenz) mit der ASIAIR Plus

Warnung / Disclaimer

Diesen Blog-Artikel schreibe ich ausschließlich zu meiner persönlichen Dokumentation; quasi als mein elektronisches persönliches Notizbuch. Wenn es Andere nützlich finden, freue ich mich, übernehme aber kleinerlei Garantie für die Richtigkeit bzw. die Fehlerfreiheit meiner Notizen. Insbesondere weise ich darauf hin, dass jeder, der diese meine Notizen benutzt, das auf eigene Gefahr tut.
Wenn Podukteigenschaften beschrieben werden, sind dies ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen als Laie mit dem einen Gerät, welches ich bekommen habe.

Ich suche ich mir also ein Himmelsobjekt aus, welches ich fotografieren will. Das muss dann in der Nacht in meinem Himmelsausschnitt für mindestens zwei Stunden gut sichtbar sein und der Mond darf nicht stören.

DSO = Deep Sky Object; d.h. ein Objekt ausserhalb unseres Sonnensystems.

Als Beispiel nehme ich die Plejaden: M45. Für das ausgesuchte Ziel-Objekt (Target) brauche ich die Himmelskoordinaten (also Rektaszension und Deklination) damit die ASIAIR es anfahren kann (also: Go To) und automatisch zentrieren kann; dafür setzt die ASIAIR Plate Solving ein.

Aufnahme-Plan einrichten

Wir wollen nun in der ASIAIR einen neuen Plan einrichten.

Ein Plan enthält ein der mehrere Ziel-Objekte (=Targets)  (Beispiel Targets: M101, M81,…). So ein Target mit seinen Himmelskoordinaten steht immer am Anfang, weil dahin als Erstes ein Goto (mit Plate Solving) gemacht werden soll. Wenn ich garkein Target (und damit kein Goto) habe z.B. wenn ich Flatframes machen will, sollte ich statt eines ASIAIR-Plans einen ASIAIR-Autorun machen.

Für jedes Ziel-Objekt (Target) richten wir dann ein oder mehrere  Sequences ein.  So eine Sequence besagt dann wie genau das Target fotografiert werden soll (Beispiel: Belichtungszeit, Anzahl,…).

In der Benutzeroberfläche der ASIAIR gehe ich im rechten Bereich auf “Plan”. Nun ist die ASIAIR im Modus “Plan” und die für diesen Modus erforderlichen Funktionen sind möglich.

Abbildung 1: ASIAIR einstellen auf den Modus “Plan” (pCloud: 20260420_ASIAIR_Plan01.jpg)

In der Benutzeroberfläche der ASIAIR gehe ich im rechten Bereich dann auf das Symbol mit den drei waagrechten Strichen.

Dann zeigt die ASIAIR Einzelheiten zum aktuellen Plan an. Erst wenn ich wiederum auf die drei Striche tippe (diesmal oben rechts), dann werden die Namen aller vorhandenen Pläne angezeit und mit “+” kann ein neuer Plan angelegt werden.

Abbildung 3: Einzelheiten zum aktuellen Plan (pCloud: 20260421_ASIAIR_Plan01a.jpg)

Da ich aber nichts mit dem “aktuellen” Plan machen will, sondern einen neuen Plan anlegen will,  muss ich also wiederum auf die drei Striche tippen (diesmal oben rechts), dann werden die Namen aller vorhandenen Pläne angezeit und mit “+” kann ein neuer Plan angelegt werden.

Abbildung 4: Erstellen eines neuen Plans (pCloud: 20260421_ASIAIR_Plan02.jpg)

Der neue Plan bekommt einen Namen und einige Parameter für den Plan als solchen (z.B. Auto Guiding) – später werden dann Targets zu dem Plan hinzugefügt.

Abbildung 5: Erstellen eines neuen Plans (pCloud: 20260421_ASIAIR_Plan03.jpg)

Dort erstelle ich einen neuen Plan. Der Plan bekommt einen Namen “Juni”.

In den neuen Plan kann ich gleich ein paar Werte für den Plan als solchen (als ganzes) eingestellen.

  • Auto Guiding: No
  • Meridian Flip: No
  • Cooling: Yes
  • XYZ

Mit “Confirm” (oben rechts) wird der neue Plan in der ASIAIR angelegt. Der neue Plan hat dann anfangs noch keine Targets. Die müssen wir dann noch zum Plan hinzufügen.

Abbildung 6: Neuer Plan “Confirm” (pCloud: 20260421_ASIAIR_Plan04.jpg)

In den neuen Plan füge ich gleich einige Zielobjekte (sog. Targets) ein.

Die Targets, die ich im Monat Juni gut von meiner heimischen Terrasse aus sehen kann sind:

  • NGC 7000 Nordamerikanebel
  • M39
  • M92
  • IC 1396 Elefantenrüsselnebel

Wenn ich also den neuen Plan names “Juni” in der ASIAIR-App aufrufe, kann ich Zielobjekte (Targets) zu diesem Plan hinzufügen. Um ein Target hinzuzufügen klicke ich auf das große Feld mit dem Pluszeichen.

Abbildung 7: Add a Target to the Plan (pCloud: 20260421_ASIAIR_Plan06.jpg)

Dann zeigt mit die ASIAIR-App eine Liste von möglichen Zielobjekten einer sog. “Kategorie” an. Als Kategorie bekomme ich am Anfang “Tonight’s Best”. Ich kann aber über das “Hamburger Menü” (drei waagrechte Striche oben rechts) um schalten auf andere Kategorien. Ich nehme die Kategorie  “Messier Objects”.

Nun kann ich sequentiell durch die Liste “Messier Objekts” gehen oder schneller über das Lupen-Symbol gezielt nach dem gewünschten Target suchen; also in meinem Beispiel: “M 39”.

Abbildung 8: Suchen M 39 in der Kategorie “Messier Objects” (pCloud: ASIAIR Target Messier Objects 2024-09-13.jpg)

 

Wir klicken in der Liste “Messier Objects” das Zielobjekt M 45 an (blauer Pfeil) und klicken dann auf den Knopf “Confirm” (gelber Pfeil).
Durch das Klicken auf “Confirm” wird das Zielobjekt mit seinen Koordinaten in unseren Plan names “September” übernommen.

Abbildung 7: Zielobjekt im Plan (ASIAIR Plan with Target 2024-09-13.jpg)

Die Koordinaten des Zielobjekts (RA und Decl.) wurden vom ASIAIR automatisch in das Zielobjekt (Detail) übernommen; was wir noch eintragen können ist “Delay First” (blauer Pfeil), wenn die Aufnahmeserie erst später in der Nacht starten soll. Z.B. weil das Zielobjekt erst Stunden später in unserem sichtbaren Himmelsausschnitt erscheint und wir schon längst im Bett liegen.

Dem Zielobjekt müssen wir noch eine sog. “Sequence” zuordnen. Eine neue Sequence zu diesem Target bekommen wir durch Klicken auf die große Fläche mit dem Pluszeichen (gelber Pfeil). So eine Sequence wird auch manchmal “Task” genannt.

Wir klicken mal auf das große Plus-Symbol, damit wir unsere Aufnahme-Sequenz definieren können.

Abbildung 8: Aufname-Sequenz (pCloud: ASIAIR New Sequence 2024-09-13.jpg)

In den Kasten “Create New Sequence” tragen wir ein:

  • Als “Type” (blauer Pfeil) nehmen wir “Light” (Bias, Flat und Dark sind Calibration Frames und kommen später).
  • “EXP(s) ist die Belichtungszeit in Sekunden für ein Einzelbild (gelber Pfeil).
  • Als “Gain” nehme ich mal “200” (gelber Pfeil)
  • “Repeat” ist die Anzahl von Einzelbilder, die ich schiessen möchte. (gelber Pfeil)
  • Zum Abschluss klicke ich auf “OK” (roter Pfeil).
  • Wir könnten nun weitere Sequenzen zu diesem Target (M 45) hinzufügen…

Plan für Mai

Meine Zielobjekte (Targets) im Mai, die ich zur jetzigen Jahreszeitvon meiner heimischen Terrasse aus gut sehen kann, sind:

  • M13 im Herkules
  • M101 Pinwheel Galaxy
  • M81 Bodes Galaxy

Plan für September

Meine ersten Zielobjekte (Targets) sind  Offene Sternhaufen, die ich zur jetzigen Jahreszeit (Aug./Sept.) von meiner heimischen Terrasse aus sehen kann:

  • M45 (Plejaden)
  • M39
  • NGC 457
  • NGC 7789
  • h und Chi im Perseus

Aufnahme-Serie starten

Nun wollen wir diesen Plan starten. Der Plan kann mehrere Zielobjekte enthalten. Wir können ein Target oder mehrere Targets aktivieren (Häckchen links oben in der Kopfzeile) – allerdings können wir ein Target nur aktivieren, wenn dazu eine Sequence definiert wurde.

Abbildung 9: Starten eines Plans (pCloud: ASIAIR Plan Start 2024-09-13.jpg)

Wir befinden uns im Plan-Modus.

Der aktuelle Plan besteht aus 2 Targets, von denen noch keins abgearbeitet wurde (0/2 Blauer Pfeil).

Das erste Target heisst “M 45” und von geplanten 60 Aufnahmen wurde noch keine gemacht (0/60 Blauer Pfeil)

Zum Starten dieses Plans klicken wir auf den großen kreisförmigen Knopf rechts (gelber Pfeil). Der Plan startet dann und arbeitet seine Targets ab. Zu jedem Target ist ja angegeben “sofort” oder nach einer angegeben Wartezeit “Delay First”.

Nach Durchführung des Plans (z.B. am nächsten Morgen) befinden sich die Fotos als FITS-Dateien im eMMC-Speicher der ASIAIR. Wir klicken dann also auf das Symbol “eMMC” in der oberen Leiste und dann auf “Images Management” wir sehen dann den eMMC-Speicher unserer ASIAIR mit den Ordnern “Preview”, “Video”, “Autorun”, “Plan”, “Stacked” und “Live”.

Abbildung 10: Der eMMC-Speicher der ASIAIR (Google Drive: ASIAIR eMMC Speicher 2024-09-13.jpg)

Wir schauen in den Ordner “Plan” (blauer Pfeil), wo wir dann unsere Aufnahmen finden.

Aufnahmen weiterbearbeiten: Kalibrieren und Stacken

Die Frage ist jetzt, was wir mit diesen Einzelaufnahmen (Light Frames) machen wollen. Wir müssten sie eigentlich kalibrieren und stacken.

Wir können das direkt auf der ASIAIR machen, was ich in einem separaten Blog-Beitrag “Stacken mit der ASIAIR” beschrieben habe.

Wenn wir das auf unserem Windows-Computer machen wollen, etwa weil wir da spezielle Software für diese Schritte haben, müssten wir die Dateien vom ASIAIR-Computer auf unseren Windows-Computer schieben. Das kann man auf verschiedenen Wegen machen. Eine Möglichkeit wäre es, den ASIAIR-Computer als Netzwerk-Laufwerk vom Windows-Computer aus anzusprechen. Das geht ganz leicht, ist aber nicht das allerschnellste…

Abbildung 11: ASIAIR-Speicher als Windows-Laufwerk (pCloud: ASIAIR eMMC Windows 2024-09-13.jpg)

Wir haben die ASIAIR als Netzwerk-Laufwerk auf unserem Windows-Computer eingerichtet.
Wir sehen jetzt im Windows-Datei-Explorer die ASIAIR-Ordner und können nun Dateien daraus ganz nach Wunsch auf unseren Windows-Computer ziehen und dort evtl. weiterbearbeiten.